Hundefutter-Test: „Adult Huhn & Kaninchen“ von DOGGY Dog
Hersteller
Hinter DOGGY Dog steht laut Impressum und Unternehmensangaben die Fox4Pets GmbH & Co. KG mit Sitz in Dietmannsried im Allgäu. Auf der Karriereseite beschreibt sich Fox4Pets als mittelständisches Unternehmen, das seit 2008 Premium-Tiernahrung für Hunde und Katzen entwickelt. Als Philosophie nennt das Unternehmen getreidefreie Rezepturen, hochwertige Zutaten und eine möglichst natürliche Ausrichtung ohne künstliche Farb-, Geschmacks- und Konservierungsstoffe. Auf der DOGGY-Dog-Website sieht man außerdem, dass die Marke nicht nur Nassfutter, sondern auch Trockenfutter, Snacks und Produkte für verschiedene Lebensphasen und Bedürfnisse anbietet.
Bei der Produktion wird es etwas unübersichtlich. Auf der Über-uns-Seite ist von ausschließlich in Deutschland produzierten Produkten die Rede, an anderer Stelle spricht die Marke von Premium-Qualität aus Deutschland und Österreich. Sicher sagen lässt sich damit: Die Marke wirbt klar mit einer Herstellung in Deutschland, teilweise auch mit Bezug zu Österreich. Ob DOGGY Dog eigene Produktionsstätten betreibt oder extern produzieren lässt, konnten wir verlässlich nicht herausfinden.
Zusammensetzung
Die Rezeptur liest sich:
- Fleisch und Innereien 60 Prozent, davon Herz, Fleisch, Lunge und Leber 50 Prozent, Huhn 5 Prozent, Kaninchen 5 Prozent
- Fleischbrühe 28,2 Prozent
- Süßkartoffel 5 Prozent
- Zucchini 5 Prozent
- Mineralstoffe 1 Prozent
- Lachsöl 0,4 Prozent
- Vollei 0,2 Prozent
- Grünlippmuschel 0,1 Prozent
- Spirulina 0,1 Prozent
Die analytischen Bestandteile sind mit 11,3 Prozent Rohprotein, 5,3 Prozent Rohfett, 2,8 Prozent Rohasche, 0,4 Prozent Rohfaser und 77 Prozent Feuchtigkeit angegeben. Zusatzstoffe sind Vitamin D3, Zink, Mangan und Kupfer.
Wie hochwertig wirkt die Zusammensetzung?
Unterm Strich wirkt das Futter eher solide bis gut und nicht minderwertig. Positiv ist vor allem:
- Der tierische Anteil ist mit 60 Prozent ordentlich.
- Die tierischen Bestandteile werden zu einem guten Teil offen benannt.
- Es sind keine Getreidebestandteile enthalten, das Futter ist also getreidefrei.
- Die Rezeptur ist vergleichsweise kurz und verzichtet auf unnötig wirkende Spielereien.
- Zuckerzusatz sowie künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe werden laut Hersteller nicht eingesetzt.
Ganz perfekt transparent ist die Deklaration aber nicht. Der Knackpunkt ist der Block Herz, Fleisch, Lunge und Leber 50 Prozent. Hier wird nicht aufgeschlüsselt, von welcher Tierart diese 50 Prozent genau stammen. Huhn und Kaninchen machen zusammen nur 10 Prozent aus. Das heißt nicht automatisch, dass die restlichen tierischen Bestandteile schlecht wären, aber die Deklaration bleibt an dieser Stelle allgemeiner, als es bei besonders transparenten Premiumfuttern üblich ist.
Wofür sind die einzelnen Inhaltsstoffe gut?
Herz, Fleisch, Lunge und Leber
Das sind klassische tierische Bestandteile, die vor allem Eiweiß liefern. Leber bringt zusätzlich natürlicherweise Vitamin A und weitere Mikronährstoffe mit, Herz liefert unter anderem Taurin und Mineralstoffe, und Lunge ist eher ein magerer tierischer Bestandteil. Innereien sind grundsätzlich nichts Negatives, sondern gehören bei vielen Nassfuttern zu einer sinnvollen tierischen Rezeptur. Entscheidend ist eher, wie offen und sauber sie deklariert sind.
Huhn und Kaninchen
Beide gelten als gut verdauliche tierische Proteinquellen. Kaninchen ist meist eher mager, Huhn wird von vielen Hunden gut akzeptiert. Für sensible Hunde kann das angenehm sein, solange keine Unverträglichkeit gegen Geflügel vorliegt.
Fleischbrühe
Sie liefert vor allem Feuchtigkeit und trägt zur Akzeptanz bei. Bei Nassfutter ist das völlig normal und kein Minuspunkt, solange der tierische Anteil daneben nicht zu niedrig ausfällt.
Süßkartoffel
Sie dient vor allem als Kohlenhydratquelle und bringt etwas Ballaststoff mit. In kleinen bis moderaten Mengen ist das in Nassfutter gut vertretbar.
Zucchini
Sie liefert vor allem Feuchtigkeit, etwas Ballaststoff und geringe Mengen an Mikronährstoffen. Bei 5 Prozent ist das eher ein kleiner Gemüseanteil als ein tragender Nährstofflieferant.
Mineralstoffe
Sie sind nötig, damit ein Alleinfuttermittel bedarfsdeckend formuliert werden kann.
Lachsöl
Lachsöl liefert Omega-3-Fettsäuren und kann Haut und Fell unterstützen. Der Anteil ist hier eher klein, aber als sinnvolle Ergänzung gut nachvollziehbar. Auch der Hersteller wirbt damit.
Vollei
Vollei ist eine gut verwertbare Proteinquelle und kann die Aminosäurenbilanz ergänzen, spielt bei 0,2 Prozent aber nur eine Nebenrolle.
Grünlippmuschel
Sie wird häufig wegen ihrer natürlichen Gehalte an Glucosamin und Chondroitin eingesetzt. In der Praxis ist 0,1 Prozent kein Wundermittel, aber als kleiner funktioneller Zusatz okay. Auch das wird vom Anbieter hervorgehoben.
Spirulina
Spirulina wird oft wegen Mineralstoffen und sekundären Nährstoffen eingesetzt. Bei 0,1 Prozent ist das eher ein kleiner Zusatz als ein echter Hauptbaustein.
Sind die Angaben des Herstellers klar oder eher unklar?
Teils klar, teils ausbaufähig. Klar sind die Prozentangaben zu vielen Zutaten, die offene Nennung kleinerer Zusätze und die analytischen Werte. Unklar bleibt vor allem, von welchen Tierarten die 50 Prozent Herz, Fleisch, Lunge und Leber stammen. Gerade wenn eine Sorte deutlich mit Huhn und Kaninchen auftritt, wäre eine vollständig offene Tierarten-Deklaration schöner gewesen.
Ist das Futter getreidefrei?
Ja. In der Zutatenliste taucht kein Getreide auf, und das Produkt wird auch vom Anbieter ausdrücklich als getreide- und glutenfrei beschrieben.
Was sagt der NFE-Gehalt?
Den NFE-Gehalt, also den rechnerischen Anteil der stickstofffreien Extraktstoffe, kann man aus den vorliegenden Daten grob berechnen:
NFE as fed: 3,2 Prozent
NFE in der Trockenmasse: rund 13,9 Prozent
Das ist für ein Nassfutter ein eher niedriger bis moderater Kohlenhydratwert und passt gut zu einer fleischbetonten Rezeptur. Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass NFE immer nur ein rechnerischer Näherungswert ist und nicht direkt vom Hersteller angegeben wurde.
Praxiseindruck
Hier trennen wir bewusst zwischen überprüfbaren Fakten und unserem Eindruck aus dem Test.
Unser Eindruck aus dem Test:
Unsere Testerin Ylvie ist 11 Jahre alt, wiegt aktuell 20 Kilo und ist beim Futter normalerweise eher sensibel und wählerisch. Umso auffälliger war, wie gut dieses Futter bei ihr ankam: Sie hat die Schale in Rekordzeit weggeputzt. Über den bisherigen Testzeitraum von einer Woche, in dem wir das Futter mittags als Snack zwischen den Mahlzeiten und nicht als Hauptfutter gegeben haben, scheint sie es gut zu vertragen.
Auch die Verpackung hat uns positiv angesprochen. Das markante DOGGY-Dog-Design mit dem schwarzen Comic-Hund bleibt im Kopf, und die Sorten lassen sich über die Farben gut unterscheiden. Der Geruch war für uns okay, also weder unangenehm noch besonders auffällig. Optisch wirkt das Futter durchschnittlich fein gemahlen, ohne dass es sich besonders von vielen anderen Schalenfuttern abhebt.
Faktisch einordnen lässt sich:
Laut Produktbeschreibung ist eine Fütterungsempfehlung vorhanden. Sie ist allerdings recht grob gehalten, weil sie nur nach Gewicht und Aktivitätsniveau staffelt. Genau das hat uns im Alltag auch etwas zu ungenau gewirkt. ZooPlus listet für Huhn & Kaninchen bei normaler Aktivität 360 Gramm für 5 Kilo, 600 Gramm für 10 Kilo, 1.015 Gramm für 20 Kilo und 1.375 Gramm für 30 Kilo Körpergewicht pro Tag.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Die 150-Gramm-Schale kostet nach euren Angaben 1,03 Euro. Das entspricht rund 0,69 Euro pro 100 Gramm beziehungsweise 6,87 Euro pro Kilo.
Damit liegt das Futter nach unserem Eindruck eher im günstigen bis unteren Mittelfeld. Für ein Nassfutter mit 60 Prozent Fleisch und Innereien, getreidefreier Rezeptur und grundsätzlich brauchbarer Deklaration ist das erst einmal ein fairer Kurs. Wirklich hochpreisige Premiumfutter mit komplett offener Tierarten-Deklaration und noch stärkerem Fokus auf Transparenz liegen oft spürbar darüber. Gleichzeitig gibt es natürlich auch noch günstigere Produkte, die dann häufig bei der Zusammensetzung oder Nachvollziehbarkeit schwächer wirken.
Genau hier schneidet DOGGY Dog aus unserer Sicht ordentlich ab:
Die Rezeptur wirkt nicht maximal luxuriös, aber für die Preisklasse durchaus stimmig. Der größte Abzug bleibt die nicht ganz vollständige Transparenz bei den 50 Prozent Herz, Fleisch, Lunge und Leber. Dafür stehen auf der Plusseite der ordentliche tierische Anteil, die getreidefreie Rezeptur, die klar benannten kleineren Zusätze und der insgesamt faire Preis. Für die Preisklasse ist das ein guter Gegenwert.
Zur Verfügbarkeit bleibt ein kleiner Unsicherheitsfaktor: Auf ZooPlus wurde die 150-Gramm-Sorte im Mixpaket angeboten. Auf der Markenwebsite sind 150-Gramm-Varianten zwar auch zu sehen, dort aber mit dem Hinweis Abgabe nur im 6er-Pack. Ob Huhn & Kaninchen überall dauerhaft einzeln erhältlich ist, konnten wir nicht sicher bestätigen.
Monatliche Kosten nach Fütterungsempfehlung
Grundlage für die Rechnung: 1,03 Euro pro 150 Gramm, normale Aktivität, 30 Tage pro Monat. Die Mengen basieren auf der Herstellerempfehlung für Huhn & Kaninchen.
| Hundegewicht | Tagesmenge laut Hersteller | Schalen pro Tag | Monatliche Kosten |
|---|---|---|---|
| 5 kg | 360 g | 2,4 Schalen | 74,16 € |
| 10 kg | 600 g | 4 Schalen | 123,60 € |
| 20 kg | 1.015 g | 6,77 Schalen | 209,09 € |
| 30 kg | 1.375 g | 9,17 Schalen | 283,25 € |
Gerade bei mittelgroßen und großen Hunden sieht man schnell, dass die kleine 150-Gramm-Schale als alleiniges Hauptfutter recht teuer im Monatsbudget werden kann. Als Snack, Ergänzung oder zum Durchtesten der Sorten wirkt die kleine Gebindegröße deutlich alltagstauglicher.
Fazit
DOGGY Dog Adult Huhn & Kaninchen hinterlässt bei uns einen guten ersten Eindruck. Die Rezeptur wirkt für die Preisklasse ordentlich: getreidefrei, mit einem soliden tierischen Anteil, sinnvoll gewählten Zusätzen und ohne unnötig aufgebläht zu wirken. Die Deklaration ist in Teilen erfreulich konkret, bleibt bei den 50 Prozent Herz, Fleisch, Lunge und Leber aber nicht vollständig offen. Dadurch landet das Futter für uns nicht ganz in der Spitzengruppe der maximal transparenten Premiumfutter, macht im Verhältnis zum Preis aber trotzdem eine gute Figur.
Im Napf konnte die Sorte bei Ylvie jedenfalls punkten. Dass eine sensible und eher wählerische Hündin die Schale so begeistert angenommen hat, ist im Alltag oft mehr wert als jede Werbebotschaft. Dazu kommt, dass sie das Futter bislang gut verträgt. Das sind natürlich unsere subjektiven Eindrücke und keine allgemeingültige Aussage für jeden Hund, aber für einen Produkttest zählen genau solche Erfahrungen eben auch.
Pluspunkte
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60 Prozent Fleisch und Innereien
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Getreidefrei und laut Anbieter auch glutenfrei
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Sinnvolle Zusätze wie Lachsöl, Grünlippmuschel und Spirulina in kleiner Menge
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Für die Preisklasse ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis
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In unserem Test sehr gute Akzeptanz und bislang gute Verträglichkeit
Minuspunkte
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Die 50 Prozent Herz, Fleisch, Lunge und Leber sind nicht nach Tierarten aufgeschlüsselt
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Fütterungsempfehlung recht grob und im Alltag nur bedingt präzise
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Nicht sicher geklärt, ob die Sorte überall einzeln erhältlich ist