Ernährung

Hundefutter-Test: „Dentals“ von VEGDOG

Der schicke Beutel von vorne
Der schicke Beutel von vorne
Dieses Produkt ist uns direkt aufgefallen, weil es komplett fleischlos aufgestellt ist und damit aus dem üblichen Snack-Regal ziemlich heraussticht. Für Ylvie war es außerdem das erste Produkt ohne Fleisch überhaupt. Gerade deshalb fanden wir den Ansatz spannend: ein Zahnpflege-Snack, der pflanzlich gedacht ist und gleichzeitig Hunde ansprechen soll, die tierische Proteine nicht gut vertragen oder deren Halter bewusst darauf verzichten möchten. Gekauft haben wir den 120-g-Beutel bei ZooPlus, getestet wurde mit unserer 11-jährigen, rund 20 kg schweren Hündin Ylvie, die beim Futter eher sensibel und wählerisch ist. Die Verträglichkeit blieb im kurzen Test unauffällig, bei der Akzeptanz gab es allerdings deutliche Probleme.

Hersteller

VEGDOG wurde 2015 gegründet. Hinter der Marke steht die younikat GmbH mit Sitz der Gesellschaft in München; im Impressum ist zudem eine Anschrift in Pähl angegeben. Laut Hersteller entstand die Marke aus der Erfahrung mit dem Hund Nelson, der unter Futtermittelunverträglichkeiten litt. Die Philosophie von VEGDOG ist klar pflanzlich ausgerichtet und verbindet nach eigener Darstellung Tierwohl, Umweltgedanken und bedarfsdeckende Hundeernährung. Im Sortiment finden sich neben Snacks auch Trockenfutter, Nassfutter und Nahrungsergänzungen. Aus der Teamseite wird außerdem deutlich, dass das Unternehmen inzwischen deutlich über ein kleines Gründerprojekt hinausgewachsen ist. Ob VEGDOG eigene Produktionsstätten betreibt oder vollständig extern produzieren lässt, konnten wir auf den frei zugänglichen Herstellerseiten nicht sicher verlässlich belegen, deshalb lassen wir diesen Punkt offen.

Zusammensetzung

Laut unseren Angaben besteht Dentals aus Kartoffelmehl, 23,87 % Tapiokastärke, Glycerin, Cellulosefasern, Bierhefe, 0,51 % Rote Beete und Rapsöl. Auf der Produktseite wird das Produkt als DENTALS geführt; dort bewirbt VEGDOG es als fettarmen Zahnpflege-Snack für Hunde und nennt unter anderem die Unterstützung der Zahngesundheit, die Massage des Zahnfleischs und die Eignung für Allergiker als zentrale Eigenschaften. Außerdem wird das Produkt dort in der 120-g-Größe für 4,29 € angeboten.

Die analytischen Bestandteile lauten:

Da in der Zusammensetzung kein Getreide auftaucht, lässt sich das Produkt nach den vorliegenden Angaben als getreidefrei einordnen. Als Snack ist Dentals kein Alleinfutter, sondern ein Ergänzungsprodukt für erwachsene Hunde. Das passt auch dazu, dass die Rezeptur vor allem auf Konsistenz, Kauspaß und Snackcharakter ausgelegt wirkt, nicht auf eine vollständige Nährstoffabdeckung. Die Herstellerseite bezeichnet die DENTALS als Dental Sticks für Hunde und ordnet sie im Snack-Sortiment ein.

Einordnung der Zutaten

Kartoffelmehl
Kartoffelmehl steht an erster Stelle und ist damit mengenmäßig wohl der wichtigste Bestandteil. Es liefert vor allem Kohlenhydrate und trägt zur Form und Struktur des Snacks bei. Ernährungsphysiologisch ist das als Energiequelle okay, macht den Snack aber nicht besonders proteinreich.

Tapiokastärke
Tapioka ist ebenfalls in erster Linie ein Stärkelieferant. Für viele Hunde ist sie gut verträglich und wird in hypoallergenen Rezepturen gern eingesetzt. Positiv ist, dass VEGDOG hier immerhin einen exakten Anteil nennt. Auch hier gilt aber: Tapioka bringt vor allem Energie, nicht besonders viel ernährungsphysiologische Tiefe.

Glycerin
Glycerin wird in Snacks häufig genutzt, um Feuchtigkeit und Konsistenz zu steuern. Es hilft dabei, dass Kaustangen nicht komplett hart und trocken werden. Das ist technologisch sinnvoll, aber kein Inhaltsstoff, der den Snack qualitativ nach oben zieht.

Cellulosefasern
Cellulose dient vor allem der Faserstruktur. Bei Dental-Snacks ist das nachvollziehbar, weil die Konsistenz und der mechanische Abrieb an den Zähnen eine wichtige Rolle spielen können. Für die Verdauung ist Cellulose als Ballaststoff nicht wertlos, ernährungsphysiologisch bleibt sie aber eher funktional als nährstoffreich.

Bierhefe
Bierhefe kann geschmacklich interessant sein und bringt je nach Einsatz unter anderem B-Vitamine und Eiweiß mit. Da sie hier erst nach den Faserstoffen kommt und kein Mengenanteil genannt ist, dürfte sie eher in kleinerer Menge enthalten sein.

Rote Beete
Rote Beete klingt auf dem Papier sympathisch, spielt mit 0,51 % aber nur eine sehr kleine Rolle. Das ist nicht problematisch, relativiert aber Werbeaussagen rund um diesen Inhaltsstoff deutlich.

Rapsöl
Rapsöl liefert Fett und Fettsäuren, steht hier aber am Ende der Liste. Auch das spricht eher für einen kleinen Anteil.

Wie hochwertig wirkt die Rezeptur?

Rein von der Zusammensetzung her wirkt Dentals auf uns eher solide bis einfach, aber nicht besonders hochwertig. Das liegt nicht daran, dass pflanzliche Zutaten grundsätzlich schlechter wären, sondern daran, welche pflanzlichen Zutaten hier den Hauptteil ausmachen: vor allem stärkehaltige Komponenten und funktionelle Hilfsstoffe. Der Snack ist also offenbar vor allem auf Struktur, Kaubarkeit und Verträglichkeit gebaut, weniger auf eine besonders nährstoffreiche oder aufwendig zusammengesetzte Rezeptur.

Für einen Zahnpflege-Snack ist das nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Ein Dental-Snack muss nicht so zusammengesetzt sein wie ein hochwertiges Hauptfutter. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass die Rezeptur eher pragmatisch als besonders edel ist. Die 6,5 % Rohprotein und 1,5 % Rohfett unterstreichen das: Der Snack ist fettarm, aber auch insgesamt recht schlicht aufgebaut.

Wie transparent sind die Angaben?

Die Deklaration ist teilweise klar, aber nicht maximal transparent. Positiv ist:

  • die Zutaten sind in absteigender Reihenfolge genannt
  • für Tapiokastärke und Rote Beete werden konkrete Prozentwerte genannt
  • die analytischen Bestandteile sind vollständig genug, um den Snack grob einzuordnen

Etwas unklar bleibt:

  • für die meisten Zutaten fehlen Prozentangaben
  • es wird nicht genauer aufgeschlüsselt, wie groß der Anteil von Kartoffelmehl, Glycerin, Cellulosefasern, Bierhefe und Rapsöl jeweils ist
  • bei einem Snack mit Dental-Fokus wäre eine noch genauere Erklärung zur Wirkweise im Alltag hilfreich

Unterm Strich ist das also keine schlechte, aber auch keine besonders detaillierte Deklaration.

NFE-Gehalt

Aus den vorliegenden Werten lässt sich der NFE-Gehalt rechnerisch grob abschätzen. NFE steht vereinfacht für die stickstofffreien Extraktstoffe, also vor allem die verwertbaren Kohlenhydrate.

Rechnung auf Basis der angegebenen Analysewerte:

100 - 6,5 - 1,5 - 5,0 - 3,5 - 25,0 = 58,5 % NFE

Das ist ein recht hoher Wert, was gut zur Zutatenliste passt. Dentals ist damit klar ein kohlenhydratbetonter Snack. Für einen gelegentlichen Kausnack ist das nicht ungewöhnlich, zeigt aber eben auch, dass hier nicht hochwertige Proteinträger im Mittelpunkt stehen.

Praxiseindruck

Unsere subjektiven Eindrücke aus dem Test

Die Verpackung finden wir ansprechend und wirklich süß gestaltet. Der Geruch war für uns unauffällig, also weder penetrant noch besonders appetitlich. Optisch handelt es sich um längliche Streifen mit luftigen Kammern, was gut zu dem Zahnpflege-Gedanken passt und die vom Hersteller beschriebene Schwammstruktur zumindest grundsätzlich nachvollziehbar macht.

Bei Ylvie lief der Test leider enttäuschend. Den ersten Streifen hat sie noch gefressen, doch schon am nächsten Tag hat sie alles liegen lassen. Auch in kleinere Stücke geschnitten und unter das Futter gemischt, blieb der Großteil übrig. Wir haben das Produkt insgesamt nur zwei Mal getestet und dann entsorgt.

Das ist natürlich ein Einzelfall und sagt erst einmal mehr über die Akzeptanz bei unserem Hund als über das Produkt an sich. Gerade weil wir vegetarischen oder veganen Produkten grundsätzlich offen gegenüberstehen, fanden wir es schade, dass Ylvie hier so klar abgewunken hat. Die Idee hinter dem Produkt finden wir weiterhin gut. Unser Eindruck aus diesem Test ist aber klar: Vor einem größeren Vorrat sollte man besser erst ausprobieren, ob der eigene Hund die Streifen überhaupt mag.

Was man fairerweise dazu sagen sollte

VEGDOG bewirbt Dentals als Zahnpflege-Snack, der Zahngesundheit unterstützen und das Zahnfleisch massieren kann. Solche Effekte sind bei Dental-Snacks grundsätzlich an die Kautätigkeit und die Produktstruktur gekoppelt. In unserem Test ließ sich das kaum sinnvoll beurteilen, weil Ylvie das Produkt praktisch nicht angenommen hat. Ob der Dental-Effekt im Alltag wirklich zum Tragen kommt, konnten wir deshalb nicht bewerten. Sicher sagen können wir nur: Die Verträglichkeit wirkte bei dem sehr kurzen Test unauffällig.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Der 120-g-Beutel kostet 4,29 €. Das entspricht rund 3,58 € pro 100 g beziehungsweise rund 35,75 € pro kg. Laut Hersteller gibt es das Produkt regulär auch als 8 x 120 g Vorteilspaket.

Preislich würden wir Dentals damit eher im Bereich teurer einordnen. Für einen einfachen Snack mit stark kohlenhydratgeprägter Rezeptur ist das kein Schnäppchen. Auf der anderen Seite bezahlt man hier nicht nur die blanke Zutatenliste, sondern auch die spezielle Ausrichtung auf pflanzliche Zahnpflege, Allergikerfreundlichkeit laut Hersteller, Markenpositionierung und die besondere Produktidee.

Gerade deshalb ist der Preis für uns der Punkt, an dem die Bewertung etwas kritischer ausfällt:
Für Hunde, die solche Snacks gern fressen und pflanzliche Kauartikel gut annehmen, kann das noch ein vertretbarer Gegenwert sein.
Gemessen an der eher schlichten Zusammensetzung ist der Preis aber nicht günstig.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis wirkt deshalb auf uns höchstens ordentlich, aber nicht stark. Es hängt hier stärker als bei manchem anderen Snack davon ab, ob der eigene Hund das Produkt wirklich mag und regelmäßig kaut. Wenn die Akzeptanz nicht passt, ist der Preis zu hoch.

Fazit

Dentals von VEGDOG ist ein spannender Spezial-Snack für alle, die eine fleischlose Zahnpflege-Alternative suchen oder tierische Proteine bewusst meiden möchten. Positiv finden wir den klar pflanzlichen Ansatz, die getreidefreie Rezeptur und die grundsätzlich ordentliche, wenn auch nicht lückenlose Deklaration. Gleichzeitig wirkt die Zusammensetzung eher funktional als besonders hochwertig: viel Stärke, wenig Protein, insgesamt ein recht einfacher Aufbau. Das kann für einen Dental-Snack noch in Ordnung sein, rechtfertigt für uns den eher hohen Preis aber nur bedingt.

Unser größter Kritikpunkt aus dem Praxistest war am Ende nicht die Rezeptur, sondern die Akzeptanz: Ylvie wollte das Produkt schlicht nicht fressen. Das muss bei anderen Hunden nicht genauso laufen, zeigt aber gut, warum man bei solchen Spezial-Snacks lieber erst klein einsteigt. Wer die Idee eines pflanzlichen Dental-Snacks gut findet, kann Dentals durchaus testen. Einen Vorrat würden wir aber erst dann kaufen, wenn der eigene Hund gezeigt hat, dass er wirklich Gefallen daran findet.

Pluspunkte

  • Pflanzlicher, fleischloser Zahnpflege-Snack
  • Getreidefreie Rezeptur nach Zutatenliste
  • Fettarm laut Analyse und Herstellerangabe
  • Verpackung ansprechend, Geruch unauffällig

Minuspunkte

  • Eher hoher Preis mit rund 35,75 € pro kg
  • Zusammensetzung wirkt eher einfach und stark stärkebasiert
  • Nur teilweise transparente Deklaration, da nicht alle Zutaten prozentual aufgeschlüsselt sind
  • Bei unserer Testerin sehr schwache Akzeptanz