Ernährung

Hundefutter-Test: Landragout mit zartem Lamm und Erbsen in Kräutersauce von Cesar

Die Schale von oben
Die Schale von oben
Nachdem wir uns vor einiger Zeit schon das Landragout mit Geflügel, Gemüse und Petersilie angesehen haben, wollten wir natürlich auch diese Sorte ausprobieren. Gerade bei Cesar liegt es nahe, innerhalb einer Produktlinie genauer hinzuschauen, weil sich die Varianten oft nur auf den ersten Blick ähneln. Unser Testprodukt haben wir bei ZooPlus im Bundle mit anderen Geschmacksrichtungen gekauft und über eine Woche hinweg mittags als Snack zwischen den Mahlzeiten gefüttert. Testerin war unsere 11-jährige Hündin Ylvie mit ihren 20 kg, die beim Futter eher zur Kategorie sensibel und wählerisch gehört. Umso interessanter war für uns die Frage, ob diese Sorte nicht nur gut ankommt, sondern auch in Sachen Zusammensetzung und Preis einen stimmigen Eindruck hinterlässt.

Hersteller

Cesar ist eine Marke von Mars Petcare. Hinter dem deutschen Auftritt steht die MARS GmbH mit Sitz in Verden an der Aller. Mars beschreibt sein Petcare-Geschäft als Teil eines familiengeführten Unternehmens und nennt als Leitidee A Better World for Pets. Zum Petcare-Bereich gehören neben Cesar unter anderem auch Pedigree, Sheba, Whiskas, Iams und Royal Canin. Mars Petcare gibt außerdem an, weltweit mit mehr als 100.000 Mitarbeitern in über 130 Ländern aktiv zu sein. Auf der CESAR-Seite wird zudem betont, dass Zutaten aus vertrauenswürdigen Quellen bezogen werden und dass an Nachhaltigkeit sowie an einer ressourcenschonenderen Produktion gearbeitet wird.

Was wir dagegen nicht belastbar und eindeutig für genau dieses Produkt herausfinden konnten: wann die Marke Cesar selbst gegründet wurde, ob diese Sorte in einer eigenen Produktionsstätte von Mars hergestellt wird und an welchem konkreten Produktionsstandort sie produziert wird. Solche Punkte lassen wir deshalb bewusst offen.

Zusammensetzung

Die Zusammensetzung lautet:

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse 43 Prozent, davon natürlich 92 Prozent, unter anderem Lamm 4 Prozent und Leber 4 Prozent, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Gemüse mit getrockneten Erbsen 1,2 Prozent entsprechend Erbsen 4 Prozent, Mineralstoffe, pflanzliche Eiweißextrakte, Kräuter mit Rosmarin 0,08 Prozent und Petersilie 0,02 Prozent.

Die analytischen Bestandteile:

Die Zusatzstoffe:

Einordnung der Zutaten

Positiv ist erst einmal, dass tierische Bestandteile an erster Stelle stehen und mit 43 Prozent auch konkret beziffert werden. Für ein Nassfutter im günstigen bis mittleren Preissegment ist das keine schlechte Ausgangsbasis. Allerdings bleibt die Deklaration trotzdem nur teilweise transparent. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ist eine Sammelbezeichnung, die nicht genau aufschlüsselt, welche tierischen Bestandteile in welchem Umfang außer Lamm und Leber enthalten sind. Gerade wenn man die Qualität eines Futters genauer beurteilen will, wäre eine offenere Deklaration mit genauer Aufteilung der tierischen Komponenten hilfreicher.

Der Lammanteil liegt bei 4 Prozent. Das ist branchenüblich, wenn eine Sorte nach einer Tierart benannt ist, bedeutet aber eben auch: Es ist kein reines Lammfutter und Lamm ist nicht automatisch die Hauptzutat im Napf. Leber ist ernährungsphysiologisch durchaus sinnvoll, weil sie viele Mikronährstoffe liefert und geschmacklich für viele Hunde attraktiv ist.

Die Erbsen steuern Ballaststoffe und etwas pflanzliche Energie bei. Kräuter wie Rosmarin und Petersilie sind hier mengenmäßig eher eine kleine Abrundung als ein echter Nährstoffschwerpunkt. Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig, damit das Futter vollständig ergänzt wird. Vitamin D3 unterstützt unter anderem den Calcium- und Phosphorstoffwechsel. Eisen spielt eine Rolle für die Blutbildung, Zink für Haut und Fell, Kupfer und Mangan für verschiedene Stoffwechselprozesse, Jod für die Schilddrüsenfunktion.

Kritisch einordnen muss man die pflanzlichen Nebenerzeugnisse und pflanzlichen Eiweißextrakte. Solche Bestandteile sind nicht automatisch schlecht, sie machen die Rezeptur aber weniger klar nachvollziehbar. Vor allem pflanzliche Eiweißextrakte können den Proteingehalt stützen, ohne dass dadurch automatisch mehr tierisch hochwertiges Eiweiß enthalten ist. Das ist ein typischer Punkt, bei dem man ein Premiumfutter meist transparenter und oft auch fleischbetonter deklariert findet.

Ist das Futter hochwertig oder eher minderwertig?

Unterm Strich würden wir das Futter weder als besonders hochwertig noch als minderwertig abstempeln. Es wirkt eher wie ein solides Mainstream-Nassfutter: ordentlich zusammengesetzt, aber nicht maximal transparent deklariert. Die Rezeptur hat ihre Stärken bei der alltagstauglichen Ausrichtung, bei der Akzeptanz und bei der praktischen Portionierung. Schwächer ist sie bei der genauen Offenlegung der Rohstoffe.

Für die Qualitätsbewertung heißt das ganz konkret:

  • positiv: tierische Bestandteile stehen vorne, konkrete Nennung einzelner Zutaten wie Lamm, Leber, Erbsen und Kräuter, moderater Fettgehalt, alltagstaugliche Energiedichte
  • kritisch: Sammelbegriffe wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse sowie pflanzliche Nebenerzeugnisse, dazu pflanzliche Eiweißextrakte und insgesamt keine besonders offene Detaildeklaration

Sind die Angaben des Herstellers klar oder eher unklar?

Eher mittelmäßig klar. Es gibt einige konkrete Prozentangaben, aber die Hauptrohstoffgruppe bleibt nur grob beschrieben. Dazu kommt, dass auf der offiziellen CESAR-Seite für die Landragout-Sorte eine verkürzte Deklaration mit dem Hinweis auf Getreide erscheint und auch die analytischen Werte etwas abweichen. Das erschwert die Einordnung, wenn man Produktseite und Verpackungsangaben sauber vergleichen möchte. 

Ist das Futter getreidefrei?

Nach unseren Angaben taucht Getreide in der Zusammensetzung nicht auf. Danach würde das Futter getreidefrei wirken. Auf der offiziellen CESAR-Produktseite zur Landragout-Serie wird bei der Variante mit Lamm und Erbsen allerdings Getreide genannt. Deshalb können wir die Frage für den deutschen Markt nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Hier gibt es eine relevante Unschärfe zwischen unseren Angaben und den online veröffentlichten Herstellerinformationen. 

NFE-Gehalt

Aus den von uns vorliegenden Analysewerten lässt sich der NFE-Gehalt rechnerisch grob bestimmen. Er liegt bei rund 3,4 Prozent in der Frischmasse. Das ist für Nassfutter eher niedrig und spricht dafür, dass der Anteil stickstofffreier Extraktstoffe, also grob gesagt der verfügbaren Kohlenhydrate, überschaubar bleibt. Allein daraus lässt sich aber kein Qualitätsurteil ableiten. Entscheidend bleibt, wie transparent und sinnvoll die Gesamtformulierung aufgebaut ist.

Praxiseindruck

Im Alltag machte das Futter einen ordentlichen Eindruck. Visuell sah die Sorte appetitlich aus, ohne künstlich geschniegelt zu wirken. Man erkennt Fleischstückchen, Erbsen und die Soße, was bei einem Ragout natürlich zum Gesamtbild beiträgt. Der Geruch war für unser Empfinden in Ordnung, also weder besonders angenehm noch störend.

Praktisch war die 150-g-Schale ebenfalls. Der Inhalt ließ sich leicht herauslösen, wie man es von solchen Schalen kennt. Weniger spannend fanden wir die Verpackung selbst. Sie wirkt ziemlich minimalistisch und eher langweilig. Funktional ist das okay, emotional holt sie uns aber nicht besonders ab.

Ylvie hat das Produkt gut angenommen, obwohl sie normalerweise sensibel und wählerisch ist. Das war für uns ein erfreulicher Punkt. Auch die Verträglichkeit war im Testzeitraum unauffällig. Wichtig ist dabei aber: Wir haben die Sorte über eine Woche nur mittags als Snack zwischen den Mahlzeiten gefüttert, nicht als alleiniges Hauptfutter im Langzeittest.

Bei den Informationen auf der Verpackung ist unser Eindruck gemischt. Die Fütterungsempfehlung ist leicht verständlich, könnte aber ausführlicher sein. Dass sie nur auf dem Umkarton steht, finden wir unpraktisch, weil der nach dem Auspacken häufig schnell im Altpapier landet.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die 150-g-Schale kostet 1,04 Euro. Das entspricht rund 0,69 Euro pro 100 g beziehungsweise 6,93 Euro pro kg.

Damit liegt das Futter aus unserer Sicht eher im durchschnittlichen Bereich für kleine Portionsschalen, wirkt im Vergleich zu klassischen 400-g-Dosen aber klar teurer. Zum Vergleich: Größere Dosenprodukte wie Rinti Kennerfleisch oder Animonda GranCarno liegen bei ZooPlus teils um etwa 4,00 bis 4,48 Euro pro kg, während CESAR im Megapack dort mit etwa 5,05 Euro pro kg geführt wird. Kleine Schalen sind also bequem, aber auf das Kilogramm gerechnet selten die günstigste Form der Fütterung.

Im Verhältnis zur Qualität heißt das für uns: Die Deklaration ist nicht so offen, dass man von einem ausgesprochen starken Gegenwert sprechen würde. Gleichzeitig ist das Produkt auch kein überteuertes Blendwerk. Für eine kleine, gut portionierbare Schale mit ordentlicher Akzeptanz, vernünftigem Gesamteindruck und einer bekannten Marke ist das Preis-Leistungs-Verhältnis solide bis ordentlich, aber nicht herausragend. Wer maximale Transparenz und einen sehr hohen Fleischfokus sucht, findet in anderen Preisklassen oft spezialisiertere Produkte. Wer dagegen ein alltagstaugliches Portionsfutter sucht, bekommt hier einen brauchbaren Gegenwert.

Monatliche Kosten nach Herstellerempfehlung

Die folgenden Fallbeispiele rechnen mit 1,04 Euro pro 150-g-Schale und einem Monat mit 30 Tagen.

HundegewichtEmpfehlung pro TagSchalen pro TagKosten pro TagKosten pro Monat
5 kg375 g2,5 Schalen2,60 €78,00 €
10 kg600 g4 Schalen4,16 €124,80 €
20 kg1.050 g7 Schalen7,28 €218,40 €
30 kg1.500 g10 Schalen10,40 €312,00 €

Die Rechenwerte ergeben sich direkt aus der Schalenmenge und dem Einzelpreis.

Gerade bei größeren Hunden sieht man schnell, dass kleine Portionsschalen bequem sind, aber auf Dauer spürbar ins Geld gehen können. Für einen 20- oder 30-kg-Hund wäre diese Fütterungsform als alleiniges Hauptfutter finanziell schon ein klarer Kostenfaktor.

Fazit

Cesar Landragout mit zartem Lamm und Erbsen in Kräutersauce hat bei uns einen sympathischen, alltagstauglichen Eindruck hinterlassen. Ylvie hat das Futter gut angenommen und bislang auch gut vertragen. Optisch wirkt es ordentlich, die Portionierung ist bequem und die Rezeptur ist für ein klassisches Marken-Nassfutter nicht daneben. Gleichzeitig bleibt die Deklaration an mehreren Stellen zu pauschal, um das Produkt in die wirklich hochwertige Ecke zu stellen.

Besonders wichtig finden wir den Blick auf den Preis im Verhältnis zur Qualität. Für ein günstiges Alltagsfutter dürfte man bei der Deklaration etwas Nachsicht haben, wenn der Preis sehr attraktiv ist. Hier liegt Cesar aber nicht im Billigsegment, sondern eher in einem durchschnittlichen Preisbereich für kleine Schalen. Deshalb fällt unsere Bewertung differenziert aus: kein Spitzenfutter in Sachen Transparenz, aber ein ordentliches, brauchbares Produkt mit solider Akzeptanz und insgesamt fairem Gegenwert für seine Machart.

Pluspunkte

  • gute Akzeptanz im Test bei einer eher wählerischen Hündin
  • im Test bislang gut vertragen
  • optisch ordentlicher, appetitlicher Eindruck mit sichtbaren Stückchen, Erbsen und Soße
  • praktische 150-g-Portion, leicht aus der Schale zu lösen
  • moderater Energiegehalt, daher als Snack oder kleine Portion gut handhabbar

Minuspunkte

  • Deklaration nur teilweise transparent
  • Sammelbegriffe wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse und pflanzliche Nebenerzeugnisse
  • pflanzliche Eiweißextrakte machen die Proteinquelle weniger klar einordbar
  • kleine Schalen sind auf Dauer relativ kostspielig, vor allem bei größeren Hunden
  • Fütterungsempfehlung nur auf dem Umkarton und recht knapp gehalten