Zum Hauptinhalt springen
Ernährung

Hundefutter-Test: "Lieblinge Hundesnack Schweineohren" von Dehner

Eine Darstellung von Hundefutter-Test: "Lieblinge Hundesnack Schweineohren" von Dehner
Als wir neulich mit Ylvie bei Dehner waren, wussten wir eigentlich nur eins: Wir brauchen Pflanzen. Wer aber schon mal mit dem Hund durch so ein Gartencenter gelaufen ist, kennt das Problem – auf dem Weg zur Kasse kommst du automatisch an der Tiernahrungs-Abteilung vorbei. Ylvie blieb wie angewurzelt vor dem Regal mit den Kauartikeln stehen, Nase im Turbo-Modus. Besonders spannend fand sie die „Lieblinge Hundesnack Schweineohren“ von Dehner. Also gut – ein Beutel wanderte in den Wagen. Und weil wir sowieso immer auf der Suche nach vernünftigen Snacks sind, haben wir die Schweineohren in den letzten Wochen getestet.

Der Hersteller: Wer steckt hinter Dehner?

Dehner ist kein klassischer „kleiner Futtermittelhersteller“, sondern eine große Gartencenter-Kette mit integrierter Zooabteilung. Das Unternehmen wurde 1947 von Georg Weber und seiner Frau Albertine, geborene Dehner, in Rain am Lech gegründet.

Heute ist Dehner nach eigenen und externen Angaben Europas größte reine Garten-Center-Gruppe mit über 130 Filialen in Deutschland und Österreich und rund 5.700–5.800 Mitarbeitenden (Stand 2020). Neben Pflanzen und Gartenbedarf gehören auch Heimtierprodukte zum Kerngeschäft – darunter mehrere Eigenmarken-Hundefutterlinien wie Dehner Lieblinge, Best Nature, Fine Nature, Wild Nature und weitere.

Was die Philosophie angeht, positioniert sich Dehner als Familienunternehmen mit Fokus auf Qualität und einem breiten, eher massentauglichen Sortiment für Garten und Haustiere. Auszeichnungen wie der Bayerische Qualitätspreis weisen zumindest darauf hin, dass man sich intern stark mit Prozessen und Qualitätssicherung beschäftigt.

Ob Dehner eigene Produktionsstätten speziell für Hundefutter betreibt, wird nicht transparent kommuniziert. Bei Nassfutter der Marke „Dehner Lieblinge“ findet sich der Hinweis „hergestellt in Deutschland“, aber kein namentlich genannter Produzent – ein typisches Zeichen für Auftragsproduktion bei spezialisierten Futtermittelwerken. Beim Snack „Schweineohren“ ist davon auszugehen, dass Dehner mit einem Zulieferer arbeitet, der die Ohren trocknet und verpackt.

Zusammensetzung & Deklaration: Was steckt in den Schweineohren?

Deklarierte Zusammensetzung:

Die Zutaten sind absteigend nach Menge sortiert – das heißt: praktisch nur Schweineohr mit einer kleinen Prise Maltodextrin.

Analytische Bestandteile:

Eine Angabe zu Rohfaser fehlt, was bei einem Einzelfuttermittel auf Basis von Bindegewebe/Gerüstsubstanz etwas ungewöhnlich ist – rein praktisch wird aber kaum verwertbare Faser enthalten sein.

Ist das Futter getreidefrei?

Ja. Es sind nur Schweineohren und 1 % Maltodextrin deklariert. Getreide, glutenhaltige Bestandteile oder pflanzliche Nebenprodukte tauchen nicht auf. Damit ist der Snack klar getreidefrei.

Nährstoffanalyse: Hochwertig oder eher so lala?

Schweineohren (99 %)

Schweineohren bestehen überwiegend aus:

Für einen Kausnack ist ein so „einfaches“ Naturprodukt ohne Füllstoffe grundsätzlich positiv: kein Zuckerzusatz, keine Farb- oder Aromastoffe, keine Konservierungsstoffe – das ist deutlich besser als viele bunte „Kaustangen“ aus dem Supermarkt, die oft Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse und diverse Zusatzstoffe enthalten.

Allerdings darf man sich nichts vormachen: Schweineohren sind kein „gesundes Superfood“, sondern ein recht fettreicher, kalorienreicher Kauartikel. Im Vergleich zu manchen anderen Kauprodukten sind sie:

  • hoch verdaulich, aber
  • für empfindliche Hunde gerne mal „zu viel des Guten“ – gerade bei größeren Mengen droht Durchfall oder im worst case bei entsprechend vorbelasteten Hunden auch Stress für die Bauchspeicheldrüse.

Maltodextrin (1 %)

Maltodextrin ist ein leicht verdauliches Kohlenhydrat, das schnell ins Blut geht. Es wird häufig als Energielieferant oder zum „Abrunden“ der Textur genutzt – beim Schweineohr ist das aus Hundesicht ehrlich gesagt absolut unnötig.

Die Werbeaussage, Maltodextrin würde für eine „optimale Verdauung“ sorgen, halte ich für Marketing – bei 1 % Anteil spielt das ernährungsphysiologisch praktisch keine Rolle. Einen klaren Vorteil für den Hund sehe ich hier nicht, eher einen kosmetischen Zusatz, um das Produkt „runder“ wirken zu lassen.

Analytische Bestandteile & NFE

Für die Berechnung der NFE (Stickstofffreie Extraktstoffe = leicht verfügbare Kohlenhydrate) nutzt man normalerweise:

100 – Rohprotein – Rohfett – Rohasche – Rohfaser – Feuchtigkeit

Da Rohfaser nicht angegeben ist, bleibt uns nur eine Näherung. Mit den vorhandenen Werten:

  • 100 – 74,1 – 18,1 – 2,9 – 4,9 = 0

Rechnerisch ergibt sich damit ein NFE von ca. 0 %. Realistisch ist es eher sehr nahe an 0, da die 1 % Maltodextrin durch Rundung in der Analyse „verschluckt“ werden. Praktisch heißt das:

  • extrem eiweiß- und fettreich
  • so gut wie keine Kohlenhydrate

Das passt auch zu einem naturbelassenen Kauartikel aus tierischem Gewebe.

Sind die Angaben des Herstellers klar?

Teils ja, teils nein:

Positiv:

  • Sehr einfache Zusammensetzung (nur Schweineohren + Maltodextrin)
  • Analytische Bestandteile werden vollständig für Protein, Fett, Asche, Feuchte angegeben

Kritisch:

  • Keine Angabe zu Rohfaser – formal wäre das üblich, auch wenn der Wert gering ist
  • Keine Info zur Herkunft der Schweineohren (Deutschland / EU / Nicht-EU)
  • Die Aussage, Maltodextrin diene „optimaler Verdauung“, ist aus ernährungsphysiologischer Sicht fragwürdig und wirkt eher wie ein Marketing-Satz als ein echter Mehrwert

Insgesamt ist die Deklaration für einen Snack okay, aber nicht maximal transparent. Für ein Eigenmarkenprodukt eines großen Händlers hätte ich mir mehr Infos zur Herkunft und ggf. zur Trocknung/Produktion gewünscht.

Was bringt welcher Inhaltsstoff dem Hund?

Kurz zusammengefasst:

  • Rohprotein (74,1 %)
    Liefert Aminosäuren für Muskeln, Gewebe, Enzyme. Kollagen aus Bindegewebe ist nicht „Premium-Protein“, aber als Kauartikel für den Hund gut nutzbar und sorgt für Kaubeschäftigung.
  • Rohöle und -fette (18,1 %)
    Hohe Energiedichte, machen den Snack besonders schmackhaft. Fett sorgt für glänzendes Fell, kann aber bei empfindlichen Hunden oder Übergewicht schnell zu viel sein.
  • Rohasche (2,9 %)
    Steht für die Gesamtheit der Mineralstoffe. Bei Schweineohren stammen diese vor allem aus Knochen-/Knorpelbestandteilen.
  • Feuchtigkeit (4,9 %)
    Zeigt, dass die Ohren relativ trocken sind – gut für Haltbarkeit, intensiver für den Geruch.
  • Maltodextrin (1 %)
    Schnelle Kohlenhydratquelle – bei einem Kauartikel für Hunde nicht nötig. Der Hund profitiert nicht wirklich davon, solange er normal gefüttert wird.

Werbeversprechen vs. Realität

Der Hersteller wirbt u. a. mit:

  • „langanhaltender Kauspaß“
  • „unterstützt die Zahnpflege und stärkt die Kaumuskulatur“
  • „schonend luftgetrocknet“
  • „ohne künstliche Zusatzstoffe“
  • „verfeinert mit Maltodextrin für optimale Verdauung“

Unsere Einschätzung:

  • Langanhaltender Kauspaß:
    Das können wir bestätigen. Ein Schweineohr beschäftigt einen 20-kg-Hund wie Ylvie durchaus eine Weile – gerade, wenn er ordentlich kaut und nicht schlingt.
  • Zahnpflege / Kaumuskulatur:
    Durch das kräftige Kauen wird mechanisch Zahnbelag abgerieben und die Kaumuskulatur beansprucht. Schweineohren sind dafür geeignet – sie sind aber kein Ersatz für Zahnbürste oder tierärztliche Zahnreinigung.
  • Schonend luftgetrocknet:
    Das ist bei vielen Naturkauartikeln Standard und spricht grundsätzlich für ein normales, wenig verarbeitetes Produkt – ohne weitere Infos zur Temperatur bleibt es aber eine relativ vage Aussage.
  • Ohne künstliche Zusatzstoffe:
    Das passt zur Deklaration. Kein künstliches Aroma, keine Farbstoffe, kein Zuckerzusatz – das ist ein echter Pluspunkt.
  • Maltodextrin für optimale Verdauung:
    Das ist der schwächste Claim. 1 % Maltodextrin wird die Verdauung deines Hundes nicht „optimieren“. Für sensible Hunde kann zusätzlicher Zucker eher nachteilig sein, auch wenn die Menge hier minimal ist.

Praxistest mit Ylvie (10 Jahre, 20 kg, sensibel & wählerisch)

Ylvie ist nicht die Sorte Hund, die alles wahllos frisst. Bei Futter ist sie eher pingelig, und bei fettigen Snacks neigt sie schnell zu Durchfall – vor allem bei Schweineohren anderer Hersteller.

Akzeptanz

  • Ylvie war absolut begeistert.
    Bereits beim Öffnen des Beutels stand sie parat und hat freiwillig gleich mehrere Tricks am Stück angeboten – die Motivation war also top.

Verträglichkeit

  • Gefüttert wurde ca. 1 Schweineohr pro Woche, über mehrere Wochen.
  • In dieser Menge hat Ylvie die Dehner-Schweineohren gut vertragen – kein Durchfall, kein Erbrechen, normales Verhalten.
  • Aus Erfahrung mit anderen Schweineohren weißt du ja schon: Mehr als ein Ohr pro Woche wird bei ihr kritisch. Lieber sparsam einsetzen, besonders bei empfindlichen Hunden.

Geruch, Optik & Handling

  • Geruch:
    Deutlich stinkend und für menschliche Nasen eher unangenehm. Für einen getrockneten Schweineohr-Snack normal, aber nichts für empfindliche Menschen im kleinen Wohnzimmer.
  • Haare:
    Optisch sind noch einzelne Haare am Ohr erkennbar. Aus Hundesicht kein Drama, aus Menschensicht Geschmackssache.
  • Größe:
    Durchschnittlich groß, gut geeignet für mittelgroße Hunde wie Ylvie als Beschäftigungssnack.
  • Umgebung:
    Ideal für Garten, Balkon oder gut gelüftete Räume – im geschlossenen Wohnzimmer kann es schnell muffig werden.

Verpackung

  • Design: eher langweilig, nichts Besonderes
  • Transparenz: Man sieht durch die Verpackung, was man bekommt – das finden wir bei Naturkauartikeln durchaus praktisch.
  • Wer bei sichtbaren Ohren und Haaren empfindlich ist, sollte sich bewusst sein: Das ist ein naturbelassener Kauartikel, kein hübsch geformter Knochen aus der Werbung.

Preis: teuer oder günstig?

Das Produkt gibt es in drei Größen:

  • 100 g Beutel: 4,99 € → 4,99 €/100 g
  • 430 g Beutel: 8,99 € → ca. 2,09 €/100 g
  • 1050 g Beutel: 19,99 € → ca. 1,90 €/100 g

Schon hier siehst du: Der kleine 100-g-Beutel ist extrem teuer im Vergleich zu den größeren Packungen. Wer regelmäßig Schweineohren füttern möchte, sollte ganz klar zur großen Tüte greifen.

Zum Vergleich:

  • Viele Marken-Schweineohren im Zoofachhandel liegen im Bereich 22–35 €/kg, also etwa 2,20–3,50 €/100 g.
  • Günstige Online-Bulkangebote (1 kg oder mehr) gibt es teilweise schon ab etwa 14–19 €/kg (1,40–1,90 €/100 g), insbesondere bei Eigenmarken oder Großgebinden.

Damit landet die große Dehner-Packung mit ca. 19,0 €/kg im soliden Mittelfeld:

  • nicht der billigste Kauartikel,
  • aber auch nicht überteuert, wenn man die Filialverfügbarkeit und Eigenmarke im Gartencenter berücksichtigt.

Der 100-g-Beutel ist dagegen klar überteuert und aus unserer Sicht nur dann sinnvoll, wenn du den Snack wirklich nur einmalig ausprobieren möchtest.

Für welche Hunde eignet sich der Snack – und für welche eher nicht?

Gut geeignet für:

  • gesunde, normalgewichtige, erwachsene Hunde
  • Hunde, die gerne kauen und Beschäftigung brauchen
  • Besitzer, die einen naturbelassenen, getreidefreien Snack ohne künstliche Zusatzstoffe bevorzugen

Eher vorsichtig sein bei:

  • Hunden mit Übergewicht – sehr hoher Fett- und Energiegehalt
  • Hunden mit Pankreasproblemen (Bauchspeicheldrüse) oder Fettunverträglichkeiten
  • sehr gierigen Schlingern (Gefahr des Herunterschlingens großer Stücke)
  • empfindlichen Mägen – hier mit kleinen Mengen starten und Reaktion beobachten

Unser Fazit zu „Dehner Lieblinge Hundesnack Schweineohren“

Unterm Strich haben wir es hier mit einem ziemlich klassischen Naturkauartikel zu tun – mit ein paar Stärken und ein paar Schwächen.

Pluspunkte
  • sehr einfache Zusammensetzung

    fast nur Schweineohr

  • getreidefrei & ohne künstliche Zusatzstoffe
  • hohe Akzeptanz – Ylvie war begeistert
  • gute Beschäftigung und mechanischer Beitrag zur Zahnpflege
  • große Packung preislich im Mittelfeld und für den stationären Handel fair
Minuspunkte
  • unnötige Zugabe von Maltodextrin,

    das dann auch noch als „Verdauungs-Plus“ verkauft wird

  • fehlende Transparenz zur Herkunft der Rohware und zur tatsächlichen Produktion
  • fehlende Rohfaserangabe, obwohl analytisch üblich
  • kleine Packung preislich deutlich überzogen

Unsere Einschätzung

Ein solider, naturbelassener Schweineohren-Snack für gesunde erwachsene Hunde, der in Maßen gefüttert werden kann – mit unnötigem Maltodextrin und ausbaufähiger Transparenz, aber insgesamt okayem Preis-Leistungs-Verhältnis (vor allem in der großen Packung).

Wenn du wie wir einen sensiblen Hund wie Ylvie hast, würde ich persönlich bei Schweineohren – egal von welchem Hersteller – bei etwa einem Ohr pro Woche bleiben und genau schauen, wie der Hund darauf reagiert. Als gelegentliche Belohnung und Beschäftigung taugen die Dehner-Schweineohren aber durchaus.