Was ist Aspergillus carbonarius?
Aspergillus carbonarius ist ein Schimmelpilz, der zu der Gattung Aspergillus gehört. Der Name Aspergillus bedeutet übersetzt "der Wedel", weil die Pilzsporen unter dem Mikroskop wie ein Wedel aussehen. Die Gattung Aspergillus umfasst über 350 Arten von Schimmelpilzen, die weltweit verbreitet sind und meist in toter, sich zersetzender organischer Substanz leben. Einige Arten sind jedoch Krankheitserreger, die Menschen, Tiere oder Pflanzen infizieren können.
Aspergillus carbonarius ist eine dieser pathogenen Arten. Er kommt vor allem in warmen und trockenen Regionen vor und befällt verschiedene Pflanzen wie Weintrauben, Feigen, Datteln, Kaffeebohnen oder Nüsse. Dabei bildet er ein Mykotoxin namens Ochratoxin A (OTA), das zu den stärksten krebserregenden Substanzen gehört. OTA kann auch in Lebensmitteln oder Tierfutter nachgewiesen werden und so in die Nahrungskette gelangen.
Wie verbreitet sich Aspergillus carbonarius?
Aspergillus carbonarius verbreitet sich durch seine Sporen, die er in die Luft abgibt. Die Sporen können lange Zeit überleben und weite Strecken zurücklegen. Sie können durch Wind, Regen, Insekten oder Vögel auf andere Pflanzen oder in Innenräume gelangen. Dort können sie sich unter günstigen Bedingungen wie hoher Temperatur und Feuchtigkeit vermehren und neue Kolonien bilden.
Die Sporen können auch durch Einatmen oder Verschlucken in den menschlichen oder tierischen Körper gelangen. Dort können sie je nach Immunstatus des Wirts verschiedene Krankheiten auslösen.
Welche Krankheiten kann Aspergillus carbonarius auslösen?
Aspergillus carbonarius kann beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder verursachen. Dazu gehören:
- Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA): Hier besiedeln die Pilze die Bronchien und die Lunge und lösen gleichzeitig eine allergische Reaktion aus. Die ABPA kommt gelegentlich bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma vor.
- Aspergillom: Hier wächst der Pilz in einer bestehenden Körperhöhle wie den Nasennebenhöhlen oder der Lunge zu einem kugelförmigen Gebilde aus Pilzfäden, Schleim und abgestorbenen Zellen (Pilzball) heran. Das Aspergillom kann Beschwerden wie Nasenbluten, Kopfschmerzen oder Husten verursachen.
- Invasive pulmonale Aspergillose (IPA): Hier dringt der Pilz tiefer ins Lungengewebe ein und verursacht eine schwere Lungenentzündung. Die IPA ist eine lebensbedrohliche Komplikation bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel durch Krebs, AIDS oder Organtransplantation.
- Disseminierte Aspergillose: Hier breitet sich der Pilz über die Blutbahn im ganzen Körper aus und befällt andere Organe wie das Gehirn, das Herz oder die Nieren. Die disseminierte Aspergillose ist ebenfalls eine lebensbedrohliche Erkrankung, die eine rasche Behandlung erfordert.
Aspergillus carbonarius kann auch Tiere wie Hunde infizieren. Dabei kann er vor allem die Ohren, die Haut oder den Magen-Darm-Trakt befallen und Entzündungen, Geschwüre oder Durchfall verursachen. Außerdem kann er durch die Bildung von OTA zu Leber- oder Nierenschäden führen.
Aspergillus carbonarius ist auch ein Pflanzenpathogen, das verschiedene Ernteprodukte wie Weintrauben, Feigen, Datteln, Kaffeebohnen oder Nüsse befällt und deren Qualität und Sicherheit beeinträchtigt. Er kann auch zu Ernteverlusten oder Verderb führen.
Wie kann man sich vor Aspergillus carbonarius schützen?
Um sich vor Aspergillus carbonarius zu schützen, sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Dazu gehören:
- Vermeiden von Kontakt mit verdächtigen Schimmelpilzquellen wie Komposthaufen, Biotonnen oder Blumenerde.
- Tragen von Schutzkleidung wie Handschuhen, Atemmaske und Brille bei Arbeiten mit Schimmelpilzen oder potenziell kontaminierten Materialien.
- Regelmäßiges Lüften und Reinigen von Innenräumen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Vermeiden von Lebensmitteln oder Tierfutter, die Schimmel aufweisen oder einen unangenehmen Geruch haben.
- Kontrollieren von Lebensmitteln oder Tierfutter auf OTA-Gehalt und Einhalten von gesetzlichen Grenzwerten.
- Suchen von ärztlicher Hilfe bei Verdacht auf eine Aspergillose-Erkrankung und Einhalten der verordneten Therapie.