Was ist Atrazin?
Atrazin ist eine farblose, kristalline Substanz, die in Wasser nur schlecht löslich ist. Es wurde 1958 von Ciba-Geigy (heute Syngenta) unter dem Handelsnamen Gesaprim als systemisches Triazin-Herbizid eingeführt. Atrazin wirkt, indem es die Fotosynthese in Pflanzen blockiert. Es hemmt das Enzym Plastochinon-Reduktase, das für die Übertragung von Elektronen in der lichtabhängigen Reaktion der Fotosynthese verantwortlich ist. Dadurch wird die Bildung von ATP und NADPH verhindert, die für die Kohlenstofffixierung in der lichtunabhängigen Reaktion benötigt werden.
Welche Vorteile hat Atrazin?
Atrazin hat den Vorteil, dass es gegen eine Vielzahl von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam ist, die den Ertrag und die Qualität von Nutzpflanzen reduzieren können. Es ist besonders effektiv gegen Unkräuter wie Hühnerhirse, Gänsefuß, Kamille, Klette und Distel. Atrazin hat eine lange Wirkdauer und kann vor oder nach dem Auflaufen der Kulturpflanzen angewendet werden. Es wird über die Wurzeln und Blätter der Unkräuter aufgenommen und im gesamten Pflanzenkörper verteilt. Es hat eine selektive Wirkung, das heißt, es schädigt nur bestimmte Pflanzenarten, während andere toleranter sind.
Welche Nachteile hat Atrazin?
Atrazin hat auch einige Nachteile, die zu seiner Verbot in vielen Ländern geführt haben. Einer der wichtigsten Nachteile ist die Gefährdung des Grundwassers durch Atrazin-Rückstände. Atrazin verbleibt relativ lange in der Umwelt und kann durch Auswaschung oder Versickerung ins Grundwasser gelangen. Die Halbwertszeit von Atrazin im Boden beträgt 6-10 Wochen. Die Trinkwasserverordnung in Deutschland legt einen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für Atrazin fest. Die Einhaltung dieses Grenzwerts erfordert eine aufwendige Überwachung und Reinigung des Wassers.
Ein weiterer Nachteil von Atrazin ist die mögliche Schädigung von Nichtzielorganismen wie Tieren und Menschen. Atrazin kann Haut- und Schleimhautreizungen verursachen und bei hoher Exposition zu Vergiftungserscheinungen wie Anorexie, Erbrechen, Durchfall, Ataxie und Krämpfen führen. Die akute orale LD50 von Atrazin für Ratten beträgt 2500-3080 mg/kg Körpergewicht. Für Hunde liegen keine spezifischen Daten vor, aber man kann davon ausgehen, dass sie ähnlich empfindlich sind wie Ratten.
Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Atrazin karzinogene und endokrine Wirkungen haben kann. Tierversuche haben gezeigt, dass Atrazin das Risiko für Brust-, Prostata- und Hodenkrebs erhöhen kann. Atrazin kann auch die Hormonproduktion stören und zu einer Feminisierung von männlichen Tieren führen. Dies wurde zum Beispiel bei Fröschen beobachtet, die durch Atrazin eine erhöhte Aktivität des Enzyms Aromatase aufwiesen, das Testosteron in Östrogen umwandelt.