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Glucosinolate

Eine Darstellung von Glucosinolate

Glucosinolate sind natürliche Pflanzenstoffe, die vor allem in Kreuzblütlern wie Brokkoli, Kohl oder Rettich vorkommen. Sie haben eine Reihe von positiven und negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier. In diesem Artikel erfährst du mehr über Glucosinolate und wie sie sich auf Hunde auswirken können.

Was sind Glucosinolate?

Glucosinolate sind schwefel- und stickstoffhaltige Verbindungen, die aus Aminosäuren gebildet werden. Ihre Grundstruktur besteht aus einem N-Hydroximinosulfatester, der mit einem Thioglucoserest und einer variablen Seitenkette verknüpft ist. Die Seitenkette bestimmt die chemischen Eigenschaften und die biologische Aktivität der Glucosinolate.

Glucosinolate selbst sind geruchs- und geschmacklos. Erst wenn sie durch das Enzym Myrosinase gespalten werden, entstehen die scharfen und bitteren Senföle (Isothiocyanate), die für den typischen Geschmack der Kreuzblütler verantwortlich sind. Die Spaltung kann durch Zerkleinern oder Kauen der Pflanzen oder durch Bakterien im Darm ausgelöst werden.

Welche Vorteile haben Glucosinolate für Hunde?

Glucosinolate und ihre Abbauprodukte haben verschiedene positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Hunden. Zum einen können sie das Immunsystem stärken und Entzündungen hemmen. Andererseits können sie das Wachstum von Krebszellen verlangsamen oder verhindern, indem sie deren Stoffwechsel stören oder DNA-Schäden verursachen.

Einige Studien haben gezeigt, dass krebskranke Hunde besser auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Diät ansprechen als auf eine kohlenhydratreiche Diät. Da Kreuzblütler wenig Kohlenhydrate enthalten, aber reich an Glucosinolaten sind, können sie eine sinnvolle Ergänzung in der Ernährung von Hunden mit Tumorerkrankungen sein.

Welche Nachteile haben Glucosinolate für Hunde?

Glucosinolate sind nicht nur nützlich, sondern können auch schädlich sein. Zu hohe Mengen an Glucosinolaten oder Senfölen können zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Erbrechen führen. Außerdem können sie die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen, indem sie die Jodaufnahme hemmen oder die Bildung von Schilddrüsenhormonen stören.

Besonders gefährdet sind Hunde mit einer bestehenden Schilddrüsenunterfunktion oder mit einer jodarmen Ernährung. Auch Welpen sollten nicht zu viele Kreuzblütler erhalten, da ihre Schilddrüse noch nicht voll entwickelt ist.

Wie viel Kreuzblütler darf ein Hund fressen?

Es gibt keine genauen Angaben darüber, wie viel Kreuzblütler ein Hund verträgt oder braucht. Dies hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und individueller Empfindlichkeit des Hundes ab. Generell gilt jedoch: Die Dosis macht das Gift.

Als Faustregel gilt: Ein bis zwei Esslöffel gekochter Brokkoli pro Tag sind für einen mittelgroßen Hund unbedenklich. Roher Brokkoli enthält mehr Myrosinase als gekochter Brokkoli und sollte daher nur in kleinen Mengen verfüttert werden. Andere Kreuzblütler wie Kohl oder Radieschen haben ähnliche Wirkungen wie Brokkoli, aber auch ähnliche Risiken. Kohl kann zum Beispiel Blähungen verursachen oder die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Er sollte daher nur gekocht und in kleinen Mengen verfüttert werden.

 

Glucosinolate sind Pflanzenstoffe, die für Hunde sowohl Vor- als auch Nachteile haben können. Sie können das Immunsystem stärken und Krebs vorbeugen, aber auch Magen-Darm- oder Schilddrüsenprobleme verursachen. Entscheidend für die Wirkung der Glucosinolate auf den Hund sind die Menge und die Zubereitung. Wenn du deinem Hund Kreuzblütler füttern möchtest, solltest du die folgenden Tipps beachten:

  • Füttere nur kleine Mengen Kreuzblütler (nicht mehr als 25 % der Nahrung) und besprich die optimale Dosierung für deinen Hund mit deinem Tierarzt.
  • Koche die Kreuzblütler vor der Fütterung, um die Myrosinaseaktivität zu reduzieren und die Verdaulichkeit zu verbessern.
  • Vermeide rohe oder fermentierte Kreuzblütler, da sie mehr Senföle enthalten und schädlicher sein können.
  • Beobachte deinen Hund nach der Fütterung von Kreuzblütlern auf mögliche Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen oder Lethargie und setze die Fütterung gegebenenfalls ab.

Kreuzblütler können eine gesunde Ergänzung zur Ernährung deines Hundes sein, wenn du sie richtig fütterst. Sie können deinem Hund helfen, fit und gesund zu bleiben.


Erfahre noch mehr über Glucosinolate

Wenn du bei deinem Hund Anzeichen einer Überempfindlichkeit oder einer Vergiftung feststellst, solltest du sofort Ihren Tierarzt aufsuchen. Wir sind kein Ersatz für einen Tierarzt, aber wir versuchen, so genau wie möglich zu sein. Jeder Hund reagiert anders, und wir empfehlen dir, im Zweifelsfall eine zweite Meinung einzuholen oder deinen Tierarzt zu konsultieren.

Bleib gesund und pass gut auf deinen Vierbeiner auf! 😊

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