Hundefutter-Test: "GranCarno Adult Superfoods Rind + Rote Bete, Brombeeren, Löwenzahn" von Animonda

Kurz zum Hersteller: Wer steckt hinter Animonda?
Animonda ist kein kleiner Newcomer, sondern gehört zur Heristo-Gruppe, einem großen deutschen Lebensmittel- und Tiernahrungs-Unternehmen. Die Marke animonda petcare gibt es seit 1991, der Firmensitz liegt in 49214 Bad Rothenfelde (Niedersachsen)
Ein paar Punkte zur Ausrichtung:
- Animonda entwickelt Hunde- und Katzenfutter (Nassfutter, Trockenfutter, Snacks & Spezialfutter wie Integra Protect).
- Im Leitbild betont der Hersteller:
- Fokus auf artgerechte, ernährungsphysiologisch sinnvolle Rezepte
- Inspiration aus dem Metzgerhandwerk
- Keine künstlichen Farb- und Aromastoffe, kein zugesetzter Zucker, kein Soja.
- Animonda produziert laut eigenen Angaben in Deutschland, innerhalb der Heristo-Gruppe, die im Heimtiersegment zu den europäischen Marktführern zählt.
- Unternehmensgröße: öffentlich verfügbare Daten sprechen von etwa 51–200 Mitarbeitenden bei Animonda selbst, die Marke ist in über 35 Ländern vertreten – also eher mittelgroßer Spezialist mit Konzern-Background.
Insgesamt wirkt Animonda wie ein Hersteller, der klar auf Mittel- bis höherwertige Heimtiernahrung setzt, ohne in der absoluten Luxus-Nische unterwegs zu sein.
Blick ins Futter: Zusammensetzung & Deklaration
Zusammensetzung:
- 68 % Rind
- 26 % Rinderbrühe
- 1,8 % rote Bete
- 1 % Brombeeren
- 0,2 % Löwenzahn
- Mineralstoffe
- Distelöl
Was sagt das über die Qualität?
Positiv
- Hoher Anteil tierischer Bestandteile (68 % Rind) – für ein Supermarkt-/Fachhandels-Nassfutter ist das ordentlich.
- Die Organe werden klar benannt (Herz, Lunge, Leber, Euter, Pansen) statt pauschal „tierische Nebenerzeugnisse“ – das ist deutlich transparenter als bei vielen Billigsorten.
- Nur eine tierische Proteinquelle (Rind) → gut für Hunde mit Unverträglichkeiten auf andere Fleischsorten (Monoprotein-Konzept).
- Keine pflanzlichen Füllstoffe wie Getreide, Mais, Soja, Reis o. Ä.
Eher neutral bis kritisch
- Innerhalb der 68 % Rind wird nicht aufgeschlüsselt, wie viel davon echtes Muskelfleisch und wie viel Euter, Lunge & Co. sind. Je mehr gewichtige Organe mit eher niedrigerem Nährwert (z. B. Euter) im Verhältnis zum Muskelfleisch, desto günstiger ist die Herstellung – und das sieht man der Deklaration nicht genau an.
- 26 % Rinderbrühe bedeutet: ein gewisser Anteil der Dose ist schlicht Flüssigkeit aus der Fleischverarbeitung. Das ist normal bei Nassfutter, aber „100 % frisches Rind“ als Werbespruch klingt da schon merklich hübscher, als es die Deklaration vermuten lässt.
Unterm Strich würde ich sagen: gutes, solide zusammengesetztes Nassfutter, aber kein absolut kompromissloses „nur Muskelfleisch“-Premiumprodukt.
Die einzelnen Zutaten im Ernährungs-Check
Rind (Fleisch, Herz, Lunge, Leber, Euter, Pansen) – 68 %
- Muskelfleisch & Herz
- liefern hochwertige Proteine
- Herz ist quasi Muskelfleisch mit Extra-Portion Taurin und Mikronährstoffen.
- Leber
- sehr nährstoffreich (Vitamin A, B-Vitamine, Spurenelemente), sollte in der Gesamtmenge aber nicht übertrieben werden – im Mischpaket passt das.
- Lunge, Pansen, Euter
- gut verdauliche Innereien, aber nährstoffärmer als Muskelfleisch.
- sie bringen Struktur, Geschmack und bestimmte Nährstoffe, sind aber auch ein Kostenfaktor nach unten.
Für Hunde ist diese Mischung grundsätzlich gut geeignet, vor allem, weil Organe eben nicht „Abfall“, sondern wertvolle Bestandteile einer Beutetier-Ernährung sind – solange das Verhältnis nicht völlig zu deren Gunsten kippt.
Rote Bete (1,8 %)
Rote Bete bringt:
- etwas Ballaststoffe
- sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Betanine)
- einige Mineralstoffe & Spurenelemente
Bei 1,8 % im Futter ist das eher ein netter kleiner Bonus und kein game changer. Dass Animonda das als „Superfood“ bewirbt, ist marketingtechnisch verständlich – ernährungsphysiologisch ist der Effekt bei dem geringen Anteil aber begrenzt.
Brombeeren (1 %)
- enthalten Antioxidantien, Vitamin C, etwas Ballaststoffe
- für Hunde in kleinen Mengen gut verträglich
Auch hier: 1 % ist vor allem eine geschmackliche und marketingtaugliche Abrundung.
Löwenzahn (0,2 %)
Löwenzahn (Blätter/Wurzel) wird traditionell als:
- mild entwässernd
- verdauungsunterstützend
- leicht leberfreundlich
eingesetzt. Bei 0,2 % reden wir von einer sehr kleinen Menge, eher ein Kräuterakzent als eine therapeutische Dosis.
Rinderbrühe (26 %)
- liefert Feuchtigkeit und Aroma
- trägt zur Akzeptanz bei (das Futter riecht und schmeckt „fleischig“)
Brühe ist in Nassfutter völlig üblich – im Idealfall eben aus der eigenen Fleischverarbeitung.
Distelöl & Mineralstoffe
- Distelöl ist reich an Linolsäure (Omega-6), wichtig für Haut- und Fellgesundheit – solange das Gesamtverhältnis zu Omega-3 nicht völlig aus dem Ruder läuft, ist das sinnvoll.
- Mineralstoffe ergänzen die Versorgung, zum Beispiel für Knochen, Nervensystem, Stoffwechsel.
Analytische Bestandteile & NFE – wie „trocken“ sieht das Ganze aus?
Laut Deklaration:
- Protein: 10,5 %
- Fett: 8 %
- Rohfaser: 0,5 %
- Rohasche: 2,5 %
- Feuchtigkeit: 75 %
NFE (Kohlenhydratgehalt)
Der NFE-Wert (Stickstofffreie Extraktstoffe) ist vereinfacht gesagt der Kohlenhydratanteil:
100 – (Protein + Fett + Rohfaser + Rohasche + Feuchtigkeit)
Rechnung:
100 – (10,5 + 8 + 0,5 + 2,5 + 75) = 100 – 96,5 = 3,5 %
Auf Trockensubstanz-Basis (also ohne Wasser, hier ca. 25 % Trockenmasse) entspricht das etwa:
- Protein: ~42 %
- Fett: ~32 %
- Kohlenhydrate (NFE): ~14 %
Für ein Nassfutter ist 3,5 % NFE sehr niedrig – das passt zum „getreidefrei, ohne Reis/Nudeln/Kartoffel“-Ansatz. Für die meisten Hunde ist das super, insbesondere:
- bei Tendenz zu Übergewicht (weniger Energie aus Kohlenhydraten)
- bei Hunden, die auf hohe Getreidemengen sensibel reagieren
Bei Erkrankungen wie Diabetes oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen sollte aber immer der Tierarzt einbezogen werden.
Zusatzstoffe – was steckt hinter den Codes?
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg:
- 200 IE Vitamin D₃ (3a671)
→ wichtig für Calcium- und Phosphorstoffwechsel, Knochen, Immunsystem. - 0,75 mg Calciumjodat (3b202)
→ liefert Jod, essenziell für die Schilddrüse. - 1,4 mg Mangansulfat-Monohydrat (3b503)
→ Mangan ist an Enzymfunktionen und Knorpelstoffwechsel beteiligt. - 25 mg Zinksulfat-Monohydrat (3b605)
→ Zink ist wichtig für Haut, Fell, Immunsystem.
Hier finde ich Animonda tatsächlich vorbildlicher geworden: Auf der Website werden die kryptischen Nummern mit Klartext-Nährstoff ergänzt, genau so, wie sie selbst es im Relaunch beschreiben.
Getreidefrei – ja oder nein?
Ja, das Futter ist klar getreidefrei:
- In der Zusammensetzung taucht weder Weizen, Gerste, Mais, Hafer, Reis etc. auf.
- Animonda bewirbt es ausdrücklich mit „ohne Getreide, ohne Gluten, ohne Soja, ohne Zucker“.
Für Hunde mit klassischen Getreideunverträglichkeiten ist das ein klarer Pluspunkt.
Praxischeck mit Ylvie (9 Jahre, 20 kg, sensibel & wählerisch)
Akzeptanz & Verträglichkeit
- Ylvie ist normalerweise eher sensibel und wählerisch – hier hat sie das Futter in Rekordzeit inhaliert.
- Über die Woche hinweg scheint sie es gut zu vertragen – keine negativen Auffälligkeiten.
Für ein Monoprotein-Rindfutter ohne Getreide ist diese Kombination (hohe Akzeptanz + gute Verträglichkeit bei sensibler Hündin) definitiv ein dickes Plus.
Optik & Konsistenz
- Grobe Stücke, gut zu portionieren, aber der Inhalt ließ sich dosen-typisch etwas schwierig lösen – klassisches „mit Löffel oder Gabel raushebeln“-Problem.
- Beim Öffnen ist etwas Futter auf die Finger gespritzt – das klingt, als ob innen ein leichter Unterdruck/Überdruck war oder sich etwas Saft gesammelt hat. Nervig, aber leider bei manchen Dosen nicht ganz ungewöhnlich.
- Den Geruch würde ich als angenehm beschreiben – kein „billiger Dosen-Fleischbrei-Duft“, sondern eher in Richtung „okay, das könnte theoretisch auch in einer Menschenküche stehen“.
Verpackung & Infos
- Design im Stil der Superfoods-Reihe: modern, ansprechend – das passt zum Markenauftritt.
- Fütterungsempfehlung und Angaben scheinen gut strukturiert und leicht lesbar zu sein – das bestätigt auch der Blick auf die Website, wo die Mengen nach Gewicht gut aufgeführt sind (z. B. 15 kg → 600 g, 22 kg → 800 g pro Tag).
Preischeck: teuer oder günstig?
Die Dosen kosten:
- 400 g Dose: 2,65 €
- 800 g Dose: 3,99 €
Das entspricht:
- 400 g → ca. 6,63 €/kg
- 800 g → ca. 4,99 €/kg
Ein kurzer Blick in den Markt (Stand 2025):
- Animonda GranCarno Original 800 g liegt im Sparpaket um ca. 2,60–3,00 €/kg – also deutlich günstiger.
- Rinti Kennerfleisch 800 g bewegt sich grob um 3,2–3,5 €/kg.
- MAC’s Nassfutter 800 g liegt je nach Sorte etwa bei 4,0–4,4 €/kg.
Im Vergleich dazu:
- Die 400 g Dose GranCarno Superfoods ist mit ~6,6 €/kg klar im gehobenen Preisbereich.
- Die 800 g Dose mit ~5 €/kg liegt im oberen Mittelfeld – teurer als Standard-GranCarno und Rinti, etwas über vielen MAC’s-Sorten, aber noch nicht in der absoluten Luxus-Ecke.
Fazit Preis:
Das Futter ist definitiv nicht billig. Wer GranCarno Superfoods kauft, zahlt spürbar mehr als für klassisches GranCarno oder Rinti & Co. – bekommt dafür aber ein Monoprotein, getreidefrei, mit klar benannten Innereien und „Superfood“-Zugaben. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt stark davon ab, wie wichtig dir diese Punkte sind.
Wie hochwertig ist das Futter insgesamt?
Ich würde GranCarno Adult Superfoods Rind + Rote Bete, Brombeeren, Löwenzahn insgesamt als:
„gutes bis gehobenes Nassfutter im Mittelfeld-Plus, mit ehrlicher Basis, etwas Superfood-Glitzer und einem Aufpreis, den man mögen muss“
einsortieren.
- hoher Anteil tierischer Bestandteile (68 % Rind)
- Monoprotein (nur Rind) – gut für sensible Hunde
- getreidefrei, ohne Soja, ohne zugesetzten Zucker
- klare Benennung der Organe statt pauschaler „tierischer Nebenerzeugnisse“
- Zusatzstoffe (Vit D3, Jod, Mangan, Zink) sinnvoll und transparent erläutert
- niedriger NFE-Wert (~3,5 %) → wenig Kohlenhydrate
- praktische Erfahrung: Ylvie frisst es begeistert und verträgt es bisher gut
- Anteil Muskelfleisch vs. Organe nicht genauer aufgeschlüsselt
Für ernährungsbewusste Halter wäre hier mehr Transparenz wünschenswert.
- Der Superfood-Anteil ist sehr klein (insgesamt knapp über 3 %)
Ernährungsphysiologisch eher ein netter Zusatz als ein tragender Nährstoffpfeiler.
- Preislich deutlich höher als normales GranCarno und viele andere gute Nassfutter
Man zahlt spürbar für Konzept & Marketing.
Fazit für Ylvie & andere Hunde
Für Ylvie scheint das Futter sehr gut zu passen:
- sensibel & wählerisch → Top-Akzeptanz
- getreidefrei & Monoprotein → gut für empfindliche Hunde
- Zusammensetzung → deutlich hochwertiger als günstige Supermarkt-Dosen, wenn auch nicht perfekt transparent
Für andere Hunde könnte das Futter eine gute Wahl sein, wenn:
- du ein getreidefreies Monoprotein-Futter suchst,
- du mit einem etwas höheren Preis leben kannst,
- du ein Futter möchtest, das weder Billigbrei noch High-End-BARF-Ersatz ist, sondern solide Mitte mit ein paar Extra-Spielereien.
Selbst gekauft, selbst getestet – ganz ohne Bestechung! Sponsoring nehmen wir übrigens gerne, aber unsere Meinung bleibt so ehrlich wie der Blick eines Hundes, der auf dem Sofa erwischt wurde.











