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Ernährung

Hundefutter-Test: "Huhn & Leber" von Lucky Jim

Die Front der Dose
Die Front der Dose
Ylvie durfte sich mal wieder freuen: neue Dose, neuer Geruch, neuer Produkttest! Gekauft haben wir „Huhn & Leber“ von Lucky Jim ganz unkompliziert bei dm – ein paar 400-g-Dosen in den Korb gelegt und ab nach Hause. Schon beim Öffnen: angenehm fleischiger Duft, die Masse fein gewolft, und zwischen den Fleischfasern sieht man deutlich Reis.

Kurz zum Hersteller

Lucky Jim ist eine noch junge Hundefuttermarke aus dem Haus Pets Nature. Pets Nature selbst gibt es seit 1999; der Sitz ist in Fellbach bei Stuttgart, geführt von Martin Schupp und Christian Numsen. Die Marke wurde 2025 als eigene Hunde-Linie eingeführt, mit dem Versprechen „ehrliches Futter, transparente Deklaration, viel Fleisch“ und Rezepturen, die mit Tierärzten entwickelt werden. Neben Classic-Nassfutter gibt es eine Mono-Reihe sowie verschiedene Snacks.

Zusammensetzung & Einordnung der Qualität

Deklaration

Huhn 65 % (davon Muskelfleisch 30 %, Leber 14 %, Magen, Karkasse, Herz), Hühnersud 29,8 %, Reis 4 %, Mineralstoffe 0,8 %, Leinsamenöl 0,2 %, Grünlippmuschelextrakt 0,1 %, Postbiotika (inaktivierte Hefen, S. cerevisiae) 0,1 %.

Was sagt das über die Qualität?

  • Tierische Rohstoffe stehen klar vorn: 65 % Huhn ist für ein Supermarkt-/Drogerie-Nassfutter ordentlich. Positiv: Aufschlüsselung nach Fleischteilen (Muskelfleisch, Leber, Magen, Karkasse, Herz) – das wirkt transparent und lässt eine sinnvolle Innereienquote erkennen.
  • Leber mit 14 % ist relativ hoch. Das schmeckt vielen Hunden, liefert Vitamin A, Eisen und B-Vitamine. Dauerhaft extrem leberlastige Fütterung würde ich nicht empfehlen, hier ist es aber noch im Rahmen eines Alleinfutters – trotzdem gut, wenn du insgesamt auf Abwechslung achtest.
  • Hühnersud (29,8 %) ist üblich bei Dosenfutter und sorgt für Saftigkeit; ernährungsphysiologisch liefert er v. a. Feuchtigkeit, wenig Nährwert.
  • Reis (4 %) ist als leicht verdauliche Kohlenhydratquelle dabei und hilft, die Konsistenz zu stabilisieren – macht das Futter aber nicht getreidefrei. Die Marke kommuniziert selbst: „Getreidefrei – außer bei Sorten mit Reis.“
  • Leinsamenöl (0,2 %) bringt ALA-Omega-3; in der Höhe eher ein Feintuning als großer Fettsäure-Hebel.
  • Grünlippmuschel (0,1 %) liefert Glykosaminoglykane als Bausteine für Knorpel; in dieser Dosis ist der Effekt eher unterstützend als therapeutisch.
  • Postbiotika (0,1 %): inaktivierte Hefekomponenten, die laut Hersteller die Verdauung und das Immunsystem unterstützen können – ein zeitgemäßer Zusatz, der in erhitztem Futter stabil bleibt.

Analytische Werte

10,5 % Rohprotein · 6 % Fett · 2,5 % Rohasche · 0,4 % Rohfaser · 78 % Feuchtigkeit.
Daraus ergibt sich ein NFE-Wert (Kohlenhydrate) von ca. 2,6 % „as fed“ (100 − 10,5 − 6 − 2,5 − 0,4 − 78 = 2,6). Auf Trockensubstanzbasis (22 % TS) sind das rund 11,8 %. Das passt grob zur Rezeptur mit 4 % Reis – Abweichungen entstehen durch Rundungen und die Tatsache, dass NFE ein Schätz-Restwert ist.
Zur Orientierung: Die Energie liegt grob bei ~97 kcal/100 g (Atwater: 3,5×Protein + 8,5×Fett + 3,5×NFE), also ~387 kcal pro 400 g-Dose – typisch für ein mageres Huhn-Nassfutter.

Zusatzstoffe pro kg 

Vitamin D3 140 I.E., Vitamin E 30 mg, Zink 20 mg, Mangan 2 mg, Kupfer 2,3 mg, Jod 0,5 mg – solide Basisversorgung. Was fehlt, ist eine Mineralstoff-Aufschlüsselung (z. B. Calcium/Phosphor-Verhältnis). „Mineralstoffe 0,8 %“ ist branchenüblich, aber weniger transparent als eine exakte Angabe.

Gesamtfazit zur Rezeptur

Für die Drogerie-Preisklasse überdurchschnittlich klar deklariert (Fleischteile benannt, Reismenge angegeben), proteinseitig moderat, fettarm und damit oft gut verträglich. Kleine Schönheitsfehler: hoher Leberanteil (Geschmack top, aber Abwechslung ratsam), Brüheanteil knapp 30 % (technologisch üblich), Calcium/Phosphor wurde leider nicht ausgewiesen.

Praxistest mit Ylvie (9 J., 20 kg)

Ylvie ist sensibel und wählerisch – hier gab’s aber keine Diskussion: Der Napf war leer in Rekordzeit. Die Verträglichkeit in unserer 1-Woche-Probe war unauffällig; Kot normal, kein auffälliges Schmatzen oder Bauchgrummeln. 

Die Konsistenz ist fein gewolft und die Reiskörner sind gut sichtbar – das gefällt nicht jedem, Ylvie stört’s nicht. Geruch: angenehm herzhaft. 

Etikett & Fütterungsempfehlung

Die Verpackung ist hübsch und modern gestaltet. Die Fütterungstabelle ist leicht verständlich, deckt aber nur wenige Gewichtsstufen ab – für Zwischengrößen muss man etwas rechnen. Die Werbeaussagen (ohne Zuckerzusatz, Postbiotika, Grünlippmuschel, „klare Deklaration“) sind nachvollziehbar und stehen im Einklang mit dem, was die Marke generell kommuniziert.

Preis & Einordnung

Bei dm kostet die 400-g-Dose 2,45 € (Grundpreis 6,13 €/kg). Für Nassfutter liegt das im mittleren Segment: günstiger als viele Premium-Dosen aus dem Fachhandel, teurer als die einfachsten Eigenmarken. Angesichts der recht klaren Deklaration und der Zusätze (Muschel, Postbiotika) ist das Preis-Leistungs-Verhältnis fair.

Kosten

Hund (Gewicht)TagesmengeDosen/TagKosten/TagDosen/Monat (30 Tage)Kosten/Monat (theoretisch)Einkauf: ganze Dosen/MonatKosten/Monat (aufgerundet)
5 kg334 g0,8352,05 €25,0561,37 €2663,70 €
10 kg517 g1,29253,17 €38,7895,00 €3995,55 €
20 kg872 g2,185,34 €65,40160,23 €66161,70 €
30 kg1182 g2,9557,24 €88,65217,19 €89218,05 €
Pluspunkte
  • klare Fleischauslobung
  • ordentlicher Fleischanteil
  • mageres Profil
  • Postbiotika & Grünlippmuschel
  • faire Preis-Leistung
Minuspunkte
  • nicht getreidefrei
  • Leberanteil relativ hoch

Unser Fazit

Wenn du ein leichtes, gut verträgliches Huhn-Nassfutter mit ehrlicher Deklaration suchst, macht Lucky Jim „Huhn & Leber“ vieles richtig – gerade für empfindliche Mägen kann das milde Fett-/Proteinprofil angenehm sein. Für Abwechslung im Napf würde ich bei regelmäßigem Einsatz aber andere Proteinquellen einplanen (oder innerhalb der Marke wechseln), damit der Leberanteil nicht dauerhaft zu hoch ausfällt und die Nährstoffbalance breit bleibt. Für Ylvie gab’s jedenfalls ein deutliches „Daumen hoch“ – pardon: Pfote hoch.