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Ernährung

Testbericht: „Beef Stick® Original Pute“ von Vitakraft

Der Stick mit Verpackung von vorne
Der Stick mit Verpackung von vorne
Lieferzeit: Sofort versandfertig, Lieferzeit ca. 1-3 Werktage
Nachdem bei uns schon die Wild-Variante der Beef Sticks auf dem Prüfstand stand und insgesamt ordentlich abgeliefert hat, war der nächste Kandidat irgendwie naheliegend: Beef Stick® Original Pute. Fleischstick, einzeln verpackt, für unterwegs, und laut Hersteller mit extra hohem Fleischanteil – klingt erstmal nach dem typischen Snack, der in fast jeder Jackentasche landet. Getestet haben wir wie immer praxisnah: 10 Tage lang täglich ein Stick, unsere Testerin Ylvie (10 Jahre, 20 kg) – und ja: Ylvie ist normalerweise eher sensibel und wählerisch. Umso spannender, ob so ein Klassiker bei ihr wirklich zündet.

Hersteller: Vitakraft im Kurzportrait

Vitakraft ist ein echtes Traditionsunternehmen: gegründet 1837 in der Nähe von Bremen. 
Der Sitz liegt in Bremen (Mahndorfer Heerstraße 9). 

Zur Philosophie/Mission sagt Vitakraft sinngemäß: Man entwickelt, produziert und vertreibt innovative, qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Produkte – und will das mit nachhaltigem Handeln verbinden. 
Aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht geht außerdem hervor, dass Vitakraft mit über 1.100 Mitarbeitenden arbeitet und Produktionsstandorte in vier Ländern nennt.

Was man im Alltag merkt: Vitakraft ist kein „Nur-Hund“-Hersteller, sondern bedient sehr viele Heimtierbereiche (Snacks, Futter, Zubehör). Das erklärt auch, warum die Produkte so breit verfügbar sind – vom Onlineshop bis zum Supermarktregal.

Produkt-Steckbrief

  • Produkt: Beef Stick® Original Pute
  • Lebensphase: Adult
  • Packungsgröße: 12 g
  • Preis: 0,55 € (Einzelstick im Shop) 
  • Hersteller-Werbung (Auszug/Einordnung): u. a. „>90% Fleischanteil“, „mit Vitaminen“, „ohne Zuckerzusatz“, „ohne Zusatz von Farb- und Konservierungsstoffen“, „frischeversiegelte Aufreißpackung“ – plus der Hinweis auf Produktion in einer nachhaltigen Produktionsstätte mit grünem Strom und eigener Abwasseraufbereitung. 

Verpackung & erster Eindruck im Alltag

Die Verpackung ist ansprechend, die Sorte ist schnell erkennbar, und dieses kräftige Orange hat schon sehr diese berühmte Salami-Stick-Anmutung, die man auch aus der Menschenwelt kennt – nur eben fürs Hunderegal.

Der Stick selbst ist relativ lang, lässt sich durch die Bruchrillen gut portionieren (gerade fürs Training praktisch), und der Geruch ist – finde ich – angenehm herzhaft, ohne dass man gleich die Wohnung aromatisiert.

Zusammensetzung & was sie über die Qualität verrät

Zutatenliste (absteigend nach Menge)

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse 95% (Muskelfleisch 91,4%, Schwein, Rind, Pute 9,7%), Pflanzliche Nebenerzeugnisse (aus Kartoffel), Mineralstoffe, Getreide (Reis). 

Meine Einordnung: eher hochwertig – mit ein paar typischen Haken

Positiv:

  • Sehr hoher tierischer Anteil (95%) ist für einen Trainingssnack erstmal ein starkes Signal. 
  • Dass Muskelfleisch explizit so hoch angegeben wird, ist ebenfalls ein Pluspunkt – viele Snacks bleiben da deutlich schwammiger.

Kritisch:

  • Der Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ ist immer so eine kleine Blackbox. Das kann je nach Definition und Charge völlig okay sein – oder eben auch weniger hochwertig. Immerhin: Hier wird gleichzeitig sehr viel Muskelfleisch ausgewiesen, was das Ganze wieder relativiert. 
  • Die Klammerangabe wirkt etwas verwirrend: „Muskelfleisch 91,4%“ und „Schwein, Rind, Pute 9,7%“ – das klingt erstmal, als würde es sich „überlappen“ oder rechnerisch nicht sauber zusammenpassen. Für Verbraucher wäre eine klarere Aufschlüsselung (z. B. Pute-Anteil separat und eindeutig) einfach transparenter. 
  • Kein Monoprotein: Es sind Schwein, Rind und Pute drin. Für Ausschlussdiäten oder Allergiker-Hunde ist das eher ungeeignet.

Wofür sind die einzelnen Bestandteile gut?

  • Fleisch/Muskelfleisch: liefert vor allem Protein (Muskeln, Enzyme, Immunsystem) und – je nach Anteil – auch Fett als Energieträger und Geschmacksträger.
  • Tierische Nebenerzeugnisse: können sinnvolle Nährstoffe liefern (z. B. Mineralien, Bindegewebe), sind aber qualitativ stark abhängig davon, was genau verarbeitet wird (und das bleibt hier offen).
  • Kartoffelbestandteile (pflanzliche Nebenerzeugnisse): meist Bindemittel/Texturgeber, oft auch eine kleine Kohlenhydratquelle.
  • Mineralstoffe: müssen bei Snacks nicht „schlecht“ sein – oft dienen sie der Rezeptur/Ergänzung. Welche genau, wird hier nicht weiter aufgedröselt.
  • Reis (Getreide): liefert Kohlenhydrate und kann die Struktur stabilisieren.

Ist der Snack getreidefrei?

Nein. Reis ist enthalten, damit ist das Produkt nicht getreidefrei. 

Nährwerte, NFE und was das praktisch bedeutet

Analytische Bestandteile:

Aus diesen Werten lässt sich der NFE (Stickstofffreie Extraktstoffe, grob „verfügbare Kohlenhydrate“) abschätzen:

NFE (as fed) = 100 – (Feuchte + Protein + Fett + Faser + Asche)
= 100 – (33 + 30 + 25 + 3 + 7,5)
= 1,5% NFE

Das ist sehr niedrig – was dazu passt, dass der Snack hauptsächlich aus tierischen Bestandteilen besteht. Heißt in Alltagssprache: wenig Füll-Kohlenhydrate, dafür ordentlich Energie aus Fett.

Wichtig: 25% Fett als Snack ist eine Ansage. Für viele Hunde ist das okay – aber bei sehr empfindlichen Mägen, Neigung zu Durchfall oder bei Pankreas-Themen wäre ich damit vorsichtig und würde eher zu fettärmeren Belohnungen greifen.

Zusatzstoffe: sinnvoll – und ein Punkt, der verwirrt

Zusatzstoffe:

Vitamin A und D3 sind klassische ernährungsphysiologische Zusatzstoffe.

Dieses αDENI 361007 / AT 4012 taucht bei Vitakraft-Produkten oft als Zulassungsnummer/Kennnummer auf – also eher eine Art Betriebs-/Registrierungsangabe.
Schöner wäre trotzdem, wenn Hersteller solche Codes in Produktdarstellungen konsequent als Zulassungsnummer kennzeichnen – dann fragt man sich als Käufer nicht, ob da noch ein Zusatzstoff versteckt ist.

Wie klar sind die Angaben insgesamt?

Gemischt:

Klar und gut:

  • hoher Fleischanteil wird genannt
  • Nährwerte sind vollständig
  • Aussagen wie „ohne Zuckerzusatz“ sind eindeutig

Unklarer:

  • „tierische Nebenerzeugnisse“ bleiben unkonkret
  • die Prozent-Klammerung wirkt erklärungsbedürftig (für Verbraucher nicht super intuitiv) 

Praxistest mit Ylvie (10 Tage)

Kurz gesagt: Volltreffer.
Ylvie war extrem motiviert, hat für den Stick mehrere Tricks hintereinander angeboten und blieb auch bei Wiederholungen begeistert – was bei ihr wirklich nicht selbstverständlich ist. Die Verträglichkeit war bei uns im Testzeitraum unauffällig, obwohl sie sonst eher sensibel reagiert. (Natürlich: Das ist ein Einzelhund-Test, keine Garantie für jeden Magen.)

Für Training fand ich die Bruchrillen praktisch: Du kannst aus einem Stick pro Tag ziemlich leicht mehrere kleine Belohnungen machen, ohne gleich mit fettigen Fingern halbe Würstchen zu zerlegen.

Preis-Leistung: günstig oder teuer?

0,55 € für 12 g entspricht ca. 45,83 €/kg.
Das ist nicht übertrieben teuer, aber eben auch kein Schnäppchen, wenn man pro Stick kauft.

Zum Einordnen:

  • In Mehrfachpacks/Angeboten landet man teils etwas darunter (z. B. um 0,49 € pro Stick bei großen Packs). 
  • Discounter/Eigenmarken können deutlich günstiger sein (Beispiel: 0,25 € pro 12 g bei einer Eigenmarke). 

Unterm Strich: mittleres Preisniveau.

Fazit

Der Beef Stick® Original Pute ist ein sehr akzeptierter, energiereicher Fleischsnack mit hohem tierischen Anteil und in unserem Test mit top Motivation und guter Verträglichkeit. Wenn du einen Stick suchst, der „immer geht“ – gerade fürs Training unterwegs – macht der hier vieles richtig.

Meine größte Kritik sitzt an zwei Stellen: Transparenz (Nebenerzeugnisse + Prozentangaben nicht ganz sauber verständlich) und Fettgehalt (für empfindliche Hunde oder Gewichtsthemen nicht ideal, wenn man’s übertreibt). Als tägliche Mini-Belohnung in passender Menge kann das trotzdem gut funktionieren – aber eben Snack bleibt Snack.

Pluspunkte

  • Sehr hoher Fleisch-/Tieranteil (95%)
  • Muskelfleischanteil wird ungewöhnlich deutlich genannt
  • Sehr hohe Akzeptanz im Test (auch bei wählerischer Hündin)
  • Bruchrillen: gut fürs Portionieren/Training

Minuspunkte

  • „Tierische Nebenerzeugnisse“ bleiben unkonkret
  • Prozentangaben wirken erklärungsbedürftig/überlappend
  • Nicht getreidefrei (Reis enthalten)
  • Kein Monoprotein (Schwein/Rind/Pute) – ungeeignet für Ausschlussdiäten