Testbericht: "Kennerfleisch Ente" von RINTI

Wer steckt hinter RINTI?
RINTI ist keine eigene Firma, sondern eine Marke der FINNERN GmbH & Co. KG mit Sitz in Verden (Niedersachsen).
Das Unternehmen wurde 1983 von Roswitha und Joachim Finnern gegründet und ist bis heute ein familiengeführter Betrieb.
Ein paar Punkte zur Firmenphilosophie:
- Finnern versteht sich als „Petfood-Familie“, die Hunde und Katzen als Familienmitglieder sieht.
- Fokus liegt laut eigener Aussage auf erstklassigem Futter aus frischem Fleisch und wenigen, ausgewählten Beigaben – „nichts, was Hunde und Katzen nicht brauchen“.
- RINTI, Miamor, Kattovit und Schmusy sind bekannte Marken im Premium-Fachhandelssegment, Finnern gilt im deutschen Fachhandel als Marktführer.
- Das Unternehmen tritt offiziell als Hersteller/Fabrikant auf, arbeitet aber mit Rohstoffen und zum Teil Spezialprodukten aus verschiedenen Ländern (z.B. Pasteten aus Kanada, Fisch aus Thailand), was darauf hinweist, dass nicht alles in Verden produziert wird, sondern teilweise auch mit spezialisierten Partnerbetrieben gearbeitet wird.
Offiziell wird Finnern als Hersteller mit einer eher kleinen bis mittleren Mitarbeiterzahl geführt (zweistellige Zahl), gleichzeitig aber als „Hidden Champion“ und Marktführer im Fachhandel beschrieben – also eher ein spezialisierter, etablierter Mittelständler mit starker Markenpräsenz.
Zusammensetzung von RINTI Kennerfleisch Ente – was steckt wirklich drin?
Deklaration:
- 70 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
- darunter Ente 15 %
- verschiedene Innereien: Lunge, Leber, Herzen, Pansen, Euter, Schwarten, Muskelfleisch (teils wird genauer „Entenherzen (15 %)“ angegeben)
- Mineralstoffe
- Flachsöl (0,2 %)
- Rübenfaser (0,2 %)
- getrocknete Rote Bete
Bewertung der Zutatenqualität
Positiv:
- Hoher Gesamt-Fleischanteil (70 %) – für ein Nassfutter im mittleren Preissegment ist das ordentlich.
- Die tierischen Nebenerzeugnisse werden benannt (Leber, Lunge, Pansen, Euter, Schwarten, Herzen etc.) und nicht nur vage als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ in einem Block versteckt. Das ist deutlich transparenter als viele Supermarkt-Dosen.
- Innereien wie Leber, Herz, Pansen sind für Hunde sehr wertvoll: sie liefern Vitamine, Spurenelemente und natürliche Nährstoffe, die reines Muskelfleisch nicht in der Menge enthält.
- Flachsöl (Leinöl) als Quelle von Omega-3-Fettsäuren ist sinnvoll – das passt zur Herstellerwerbung („mit Omega-3 für Abwehrkräfte und Zellschutz“).
- Rübenfaser liefert Ballaststoffe, die die Verdauung regulieren können.
Kritisch zu sehen:
- Nur 15 % Ente sind prozentual genau angegeben, der Rest der 70 % bleibt prozentual offen. Man weiß nicht, wie viel davon Muskelfleisch und wie viel Rest ist.
- Es ist nicht klar, ob alle Nebenerzeugnisse wirklich von der Ente stammen oder ob hier auch andere Tierarten im Spiel sind. Einige Händler schreiben konkret „Entenherzen (15 %), Lunge, Leber, Muskelfleisch, Innereien …“, ohne die Tierart immer dazu zu sagen.
- „Tierische Nebenerzeugnisse“ ist zwar ein EU-Begriff, den RINTI löblicherweise erklärt (Innereien wie Leber, Lunge, Herz, Pansen etc.), aber du musst dich als Halter darauf verlassen, dass wirklich nur diese wertigeren Teile verwendet werden – kontrollieren kannst du es nicht.
Unterm Strich:
Die Zusammensetzung wirkt für ein Dosenfutter im mittleren Preisbereich solide und artgerecht, mit Fokus auf Innereien und Fleischstücken. Es ist kein „Filet-Gourmet-Futter“, aber deutlich besser deklariert und aufgebaut als viele Billig-Dosen mit viel Gelee und undefinierbaren Fleischnebenprodukten.
Analytische Bestandteile & Nährwerte – was sagen die Zahlen?
- Rohprotein: 11 %
- Fettgehalt: 8 %
- Rohfaser: 0,6 %
- Rohasche: 2,5 %
- Feuchte: 77 %
- Calcium: 0,3 %
- Phosphor: 0,25 %
- Kalorien: ca. 115 kcal / 100 g
NFE / Kohlenhydratgehalt
Den NFE-Wert (Stickstofffreie Extraktstoffe = grob gesagt Kohlenhydrate) kann man überschlagen:
100 − 11 (Protein) − 8 (Fett) − 0,6 (Rohfaser) − 2,5 (Rohasche) − 77 (Feuchte)
= ca. 0,9 % NFE
Also rund 1 % Kohlenhydrate in der „as fed“-Ansicht – das ist extrem wenig und passt zur Aussage „ohne Kohlenhydrate“ im Sinne von „ohne zugefügte Kohlenhydratquellen wie Reis, Mais, Nudeln“. Rein analytisch ist „0 %“ nie erreichbar, aber der Wert ist so niedrig, dass das Futter praktisch kohlenhydratarm ist.
Energiegehalt & Alltag
Mit 115 kcal / 100 g liegt RINTI Kennerfleisch Ente im mittleren Bereich für Nassfutter.
Für einen 20-kg-Hund ergeben 800 g etwa 920 kcal – das passt sehr gut zu einem normalen, erwachsenen Hund mit moderater Aktivität. (Theoretische Richtwerte liegen um die 900 kcal pro Tag für 20 kg, je nach Hund und Aktivitätslevel.)
Mineralstoffverhältnis
Calcium 0,3 % und Phosphor 0,25 % ergeben ein Ca:P-Verhältnis von ca. 1,2 : 1 – das liegt im empfohlenen Bereich (typisch ca. 1,2–1,5 : 1 für erwachsene Hunde).
Das ist ein Pluspunkt für die Nährstoff-Balance.
Zusatzstoffe: sinnvoll oder überflüssig?
Deklarierte Zusatzstoffe pro kg
- Vitamin D3 (300 I.E.) – unterstützt Calcium-Stoffwechsel, Knochen und Immunsystem.
- Vitamin E (40 mg) – wirkt als Antioxidans, schützt Zellen und Fette im Futter vor Oxidation.
- Zink (30 mg, als Zinkoxid) – wichtig für Haut, Fell, Immunsystem und Wundheilung.
- Mangan (2 mg) – spielt u.a. eine Rolle im Knorpelstoffwechsel und in Enzymsystemen.
- Kupfer (3 mg) – beteiligt an Blutbildung, Pigmentierung und diversen Stoffwechselprozessen.
In manchen Händlerangaben wird zusätzlich Jod als Spurenelement aufgeführt. Gab es hier mal eine Rezepturänderung?
Insgesamt wirken die Zusatzstoffe sinnvoll dosiert und typisch für ein Alleinfuttermittel. Sie sollen sicherstellen, dass bei einem Innereien-/Fleischschwerpunkt trotzdem alle Mikronährstoffe abgedeckt sind.
Ist die Deklaration klar oder verwirrend?
Pluspunkte:
- Klarer Hinweis: 70 % Fleisch und Innereien, inklusive Angabe einiger konkret benannter Innereien.
- Angabe eines konkreten Fleischanteils (Ente 15 %).
- Hinweis, dass „tierische Nebenerzeugnisse“ EU-Begriff ist und RINTI darunter Innereien wie Leber, Lunge, Herz usw. versteht – das ist transparenter als viele anderen Marken.
Minuspunkte:
- Du erfährst nicht, wie viel genau von Lunge, Leber, Pansen, Muskelfleisch usw. enthalten ist. Wer es ganz genau mag, würde sich hier eine offene Deklaration mit Prozentangaben wünschen.
- Der Werbeslogan „ohne Kohlenhydrate“ könnte streng wissenschaftlich schnell falsch verstanden werden – analytisch sind minimal Kohlenhydrate da, aber praktisch ist der Gehalt so gering, dass der Claim im Alltag ok ist.
- Die Zusatzstoffe sind grundsätzlich angegeben, aber nicht immer auf allen Plattformen identisch – das wirkt kommunikativ nicht ganz sauber.
Unterm Strich: für ein Fachhandels-Markenfutter ist die Deklaration gut.
Getreidefrei? Ja – und fast ohne Kohlenhydrate
RINTI bewirbt Kennerfleisch Ente ausdrücklich als getreidefrei und ohne Kohlenhydrate.
- In der Zutatenliste finden sich keine Getreidearten wie Weizen, Mais, Reis oder Gerste.
- Die wenigen Kohlenhydrate stammen vor allem aus Rübenfaser und der getrockneten Roten Bete – Ballaststoffe bzw. Gemüsebestandteile, kein klassisches „Füll-Getreide“.
Für Hunde mit Getreideunverträglichkeit oder Halter, die bewusst kohlenhydratarm füttern möchten, ist das ein klarer Pluspunkt.
Wie schlägt sich das Futter im Napf?
Akzeptanz & Verträglichkeit
- Unsere Ylvie ist eher sensibel und wählerisch – und hat das Futter in Rekordzeit weggeputzt.
- Sie scheint es in der einwöchigen Testphase gut zu vertragen – keine Auffälligkeiten wurden erwähnt.
Das spricht für eine sehr hohe Akzeptanz und eine gute Kurzzeit-Verträglichkeit.
Fairerweise: Für eine wirklich belastbare Langzeit-Aussage bräuchte man mehrere Wochen bis Monate – aber als erster Eindruck ist das sehr positiv.
Geruch & Optik
- Ich nehme den Geruch als eher streng wahr: Innereien wie Pansen und Leber sind für Hundenasen großartig, für Menschen oft eher „meh“.
- Optisch erkennt man grobe Fleischstücke, was gut zur RINTI-Philosophie „viele natürliche Fleischstücke, schnittfest, keine geformten Brocken“ passt.
- Der Inhalt ließ sich dosenüblich etwas schwer aus der Dose lösen.
Hier gibt es also:
- Plus: sichtbare Stücke, keine breiige Pampe, hundgerecht „fleischig“.
- Minus:Geruch für menschliche Nasen eher intensiv, Handling aus der Dose nicht super komfortabel, aber im Rahmen.
Verpackung & Fütterungsempfehlung
- Die Dose selbst ist eher klassisch und unspektakulär, aber die Sorten sind farblich gut unterscheidbar – im Regal praktisch, im Vorratsschrank ebenso.
- Die Fütterungsempfehlung ist einfach gehalten:
- 8 kg Hund → ca. 400 g/Tag
- 20 kg Hund → ca. 800 g/Tag
Kritikpunkt:
Für alle Hunde dazwischen, drüber oder drunter musst du selbst rechnen oder schätzen. Eine etwas feinere Staffelung (z.B. 5, 10, 15, 20, 30 kg) wäre deutlich kundenfreundlicher.
Preis: teuer, günstig – oder irgendwo dazwischen?
- 400 g Dose: 1,59 € → ca. 3,98 €/kg
- 800 g Dose: 2,65 € → ca. 3,31 €/kg
Zum Vergleich:
- Günstige Eigenmarken aus dem Drogeriemarkt liegen oft um 1,80–2,20 €/kg (z.B. „Dein Bestes“ 400 g für 0,75 €, also 1,88 €/kg).
- Hochpreisige Premium-Nassfutter (z.B. The Goodstuff) liegen eher bei 6–9 €/kg (z.B. 3,49 € für 400 g → 8,72 €/kg).
Damit liegt RINTI Kennerfleisch Ente klar im mittleren Preissegment:
- Deutlich teurer als Billig- und einfache Eigenmarken
- Deutlich günstiger als viele „Super-Premium-/Bio-/Manufaktur“-Dosen
In Kombination mit:
- 70 % Fleisch und Innereien
- Getreidefreiheit
- niedrigen Kohlenhydraten
würde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis als gut bis sehr gut einordnen. Vor allem die 800-g-Dose ist für dich als Halter eines 20-kg-Hundes preislich attraktiv.
Kosten
| Hundewicht | Futtermenge pro Tag | Berechnungsgrundlage | Kosten pro Tag | Kosten pro Monat (30 Tage) |
|---|---|---|---|---|
| 5 kg | 300 g | 400g-Dose → ca. 3,98 €/kg | ca. 1,19 € | ca. 35,78 € |
| 10 kg | 470 g | 400g-Dose → ca. 3,98 €/kg | ca. 1,87 € | ca. 56,05 € |
| 20 kg | 800 g | 1× 800g-Dose/Tag → 2,65 € pro Dose | 2,65 € | ca. 79,50 € |
| 30 kg | 1.092 g | 800g-Dose → ca. 3,31 €/kg | ca. 3,62 € | ca. 108,52 € |
Unser Fazit nach einer Woche mit Ylvie
Wenn ich alles zusammennehme – Hersteller, Zusammensetzung, Praxis-Test mit Ylvie, Preis – ergibt sich folgendes Bild:
- Hoher Fleisch-/Innereienanteil (70 %)
- Getreidefrei und extrem kohlenhydratarm
- Sinnvolle Zusatzstoffe und ausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis
- Sehr gute Akzeptanz bei einem eher sensiblen, wählerischen Hund
- Für ein Fachhandelsfutter fairer Preis, besonders in der 800-g-Dose
- Sichtbare Fleischstücke, hundgerechte Konsistenz
- Hersteller mit klarer Philosophie
(„viel Fleisch, wenige Beigaben“, familiengeführt, Fachhandelsfokus)
- Nur 15 % Ente konkret deklariert, der Rest der tierischen Bestandteile bleibt prozentual unklar
- „Tierische Nebenerzeugnisse“ bleiben trotz Erklärung ein Sammelbegriff – wer total transparente Deklaration erwartet, wird nicht ganz glücklich
- Geruch recht streng für menschliche Nasen
Für wen passt RINTI Kennerfleisch Ente?
- Für dich, wenn du ein getreidefreies Nassfutter mit viel Fleisch suchst, das finanziell noch gut machbar ist.
- Für Hunde, die Innereien mögen und mit ihnen gut klarkommen.
- Für Halter, die eine solide Fachhandels-Marke möchten, ohne in das sehr teure Premium-Segment zu gehen.
Weniger geeignet ist es, wenn du:
- eine maximal offene Deklaration mit exakten Prozentangaben jeder einzelnen Zutat erwartest, oder
- einen Hund hast, der auf bestimmte Innereien empfindlich reagiert (dann müsste man individuell schauen).
Kurz gesagt
RINTI Kennerfleisch Ente ist aus meiner Sicht ein gutes, ziemlich artgerechtes Nassfutter im Mittelfeld, das beim Preis-Leistungs-Verhältnis stark punktet. Die Akzeptanz bei Ylvie spricht Bände – und aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es mehr Plus- als Minuspunkte.
Ein paar Details in der Deklaration und bei den Fütterungsempfehlungen könnten moderner und transparenter sein, aber insgesamt kann man dieses Futter deinem Hund mit einem guten Gefühl in den Napf füllen.
Selbst gekauft, selbst getestet – ganz ohne Bestechung! Sponsoring nehmen wir übrigens gerne, aber unsere Meinung bleibt so ehrlich wie der Blick eines Hundes, der auf dem Sofa erwischt wurde.







