Testbericht: „Pastete mit Huhn, Karotten & Nudeln“ von Lucky Dog

Hersteller: Wer steckt hinter Lucky Dog?
Lucky Dog ist eine Marke, die du typischerweise bei PENNY findest (PENNY Markt GmbH, Sitz in Köln).
Spannend wird’s beim Thema Produktion: Laut Infos aus dem Handel/Markenumfeld wird Lucky Dog von saturn petcare hergestellt – einem großen Private-Label-Produzenten (also Auftragshersteller für Handelsmarken).
Was man über saturn petcare recht gut greifen kann:
- Gründung: 1987.
- Sitz/Standorte: u. a. Bremen (Produktion Nassnahrung) sowie weitere Standorte, z. B. in den Niederlanden und den USA.
- Größe: saturn petcare spricht von nahezu 1000 Mitarbeitern an mehreren Standorten.
- Philosophie: Tiere als Familienmitglieder, Entwicklung nach aktuellen ernährungsphysiologischen Erkenntnissen, moderne Technik.
- Was sie noch machen: Neben Nassfutter auch Trockenfutter und Snacks – und sie produzieren laut Brancheninfos auch für andere bekannte Eigenmarken.
Kurz gesagt: Lucky Dog wirkt wie typische Discounter-Eigenmarke – nicht zwingend schlecht, aber meist mit Fokus auf Preis/Verfügbarkeit statt maximaler Transparenz bis ins letzte Organstück.
Praxischeck: Verpackung, Optik, Geruch, Handling
Verpackung/Design: Dunkles Lucky-Dog-Design, im Regal sofort erkennbar. Die wichtigsten Infos (u. a. Fütterungsempfehlung) sind leicht zu finden und verständlich – das mögen wir.
Handling: Schale auf, Pastete raus – das klappt sehr sauber und schnell.
Geruch: Für ein Budget-Nassfutter erstaunlich angenehm, nicht dieses penetrante Aroma, dass es jeden im Büro stört.
Optik: Durchschnittlich gemahlen, aber mit dem Highlight in der Mitte: Kern aus Nudeln & Gemüse. Sieht nett aus und kommt bei vielen Hunden als Abwechslung gut an.
Zusammensetzung im Detail: hochwertig oder eher günstig?
Zutaten (absteigend nach Menge):
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% vom Huhn)
- Bäckereierzeugnisse (4% Nudeln)
- Gemüse (4% Karotten)
- Pflanzliche Nebenerzeugnisse (0,4% Inulin aus Zichorie)
- Mineralstoffe
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% vom Huhn)
Das ist der Knackpunkt. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ist eine sehr breite Sammelkategorie. Nebenerzeugnisse können absolut okay sein (Herz, Leber etc. sind nährstoffreich), hochwertig wirkt es aber erst, wenn ein Hersteller konkret wird: Welche Tierarten? Welche Teile? Wie viel Muskelfleisch?
Hier wird nur garantiert: mindestens 4% Huhn. Und dieses „4%“-Thema ist bei Tierfutter ein Klassiker: Die 4%-Angabe steht oft für den Mindestanteil der genannten Zutat, andere tierische Bestandteile können zusätzlich drin sein – aber für dich als Käufer bleibt es im Nebel.
Meine ehrliche Einordnung: Das deutet eher auf günstige Rezeptur mit geringer Transparenz hin. Nicht automatisch „schlecht“, aber weit weg von Premium-Deklaration.
Bäckereierzeugnisse (4% Nudeln)
Nudeln liefern Kohlenhydrate und sind technologisch praktisch (Bindung/Struktur). Für viele Hunde ist das völlig okay – für empfindliche Hunde oder Halter, die bewusst sehr fleischlastig füttern wollen, ist es eher ein Füller.
Wichtig für dich: Das Futter ist damit nicht getreidefrei (Nudeln sind in der Regel aus Weizen/Grieß – also Getreide; hier wird auch nicht anders spezifiziert).
Gemüse (4% Karotten)
Karotten bringen Ballaststoffe, etwas Beta-Carotin und sind gut verträglich. 4% ist keine Gemüseparty, aber als kleiner Anteil völlig in Ordnung – und im Kern sieht’s hübsch aus.
Inulin aus Zichorie (0,4%)
Inulin ist ein präbiotischer Ballaststoff: Futter für „gute“ Darmbakterien, kann die Verdauung stabilisieren. Bei sehr sensiblen Hunden kann Prebiotik in manchen Fällen auch mal Blähungen fördern – bei 0,4% ist das Risiko meist überschaubar.
Mineralstoffe
Notwendig, klar. Aber auch hier gilt: Keine Details zu Calcium/Phosphor & Co. – für ein Adult-Alleinfutter wären genau diese Infos (oder zumindest die klare Deklaration) hilfreicher.
Analytische Bestandteile: Was sagen die Nährwerte?
- Rohprotein: 10,0%
- Fettgehalt: 4,596%
- Rohasche: 1,5%
- Rohfaser: 0,3%
- Feuchtigkeit: 81,0%
NFE (Kohlenhydrate, berechnet)
NFE (stickstofffreie Extraktstoffe) wird oft näherungsweise so berechnet:
100 – Feuchtigkeit – Protein – Fett – Asche – Faser
= 100 – 81,0 – 10,0 – 4,596 – 1,5 – 0,3
= ca. 2,6% (as fed)
Auf Trockenmasse umgerechnet (19% Trockenmasse) sind das grob:
2,6 / 19 × 100 = ca. 13,7% (in der Trockenmasse)
Das ist nicht extrem hoch, aber es bestätigt: Ja, da sind Kohlenhydrate drin (Nudeln), nur „verstecken“ die sich bei Nassfutter durch den hohen Wasseranteil optisch in der Rechnung.
Zusatzstoffe: sinnvoll, aber sparsam
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe je kg:
- Vitamin D3: 200 IE (Knochenstoffwechsel, Calcium/Phosphor)
- Vitamin E: 100 mg (Antioxidans, Zellschutz)
- Zink: 20 mg (Haut/Fell, Immunsystem)
- Mangan: 3 mg (Stoffwechsel, Knorpel)
Das ist grundsätzlich okay. Was mir auffällt: Es ist eine relativ kurze Liste – nicht per se schlecht, aber viele Alleinfutter deklarieren deutlich umfassender (z. B. Vitamin A, Jod, Kupfer etc.). Ob es trotzdem vollständig bedarfsdeckend ist, kann man ohne weitere Werte nicht seriös beurteilen.
Wie klar sind die Angaben?
Positiv: Prozentangaben zu Huhn/Nudeln/Karotten/Inulin sind da – das liest sich erstmal ordentlich.
Kritisch: Der wichtigste Block bleibt schwammig:
- Welche Tierarten stecken außer Huhn noch drin?
- Welche Nebenerzeugnisse genau?
- Wie hoch ist der Gesamt-Fleischanteil wirklich?
Genau diese Sammelbegriffe sind typisch für günstige Produkte – und machen es schwer, Qualität objektiv einzuschätzen.
Werbetext „mit Expertenteams & Tierärzten entwickelt“ – was bringt das?
Der Satz klingt vertrauenerweckend, ist aber leider auch ein Klassiker: Ohne Details (wer, wie, welche Standards, welche Studien/Checks) bleibt es Marketing ohne Nachweis. Petbook erwähnt bei Lucky-Dog-Pasteten ebenfalls diese Tierarzt-Aussage, bewertet aber die Zusammensetzung trotzdem eher kritisch.
Preis-Leistung: günstig oder teuer?
Preis: 0,89 € pro 300 g → ca. 2,97 €/kg.
Für Nassfutter ist das insgesamt günstig, aber nicht das absolute Minimum, wenn man große Dosen/Multipacks vergleicht:
- Sehr günstige Großgebinde können deutlich darunter liegen (Beispiel: 1,28 €/kg bei einem Budget-Nassfutter im 6er-Pack).
- Im ähnlichen „Schale/Pastete“-Kosmos liegt Lucky Dog grob im unteren Bereich; vergleichbare Produkte liegen z. B. um ~3,10 €/kg.
- Im Angebot wird Lucky Dog teils sogar noch günstiger gelistet.
Unterm Strich: Preislich fair bis günstig, und die Schale ist halt die bequeme Portion – die kostet fast immer ein bisschen mehr als die 1,2-kg-Dose.
Kosten
| Hundegewicht | Empfehlung pro Tag | Bedarf pro Monat | Schalen pro Monat (300 g) | Kosten/Monat (rechnerisch) | Schalen (praktisch, aufgerundet) | Kosten/Monat (praktisch) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 kg | 411 g | 12.330 g (12,33 kg) | 41,1 | 36,58 € | 42 | 37,38 € |
| 10 kg | 695 g | 20.850 g (20,85 kg) | 69,5 | 61,86 € | 70 | 62,30 € |
| 20 kg | 1.170 g | 35.100 g (35,10 kg) | 117,0 | 104,13 € | 117 | 104,13 € |
| 30 kg | 1.591 g | 47.730 g (47,73 kg) | 159,1 | 141,60 € | 160 | 142,40 € |
Für wen ist das Futter geeignet – und für wen eher nicht?
Passt gut, wenn …
- du ein praktisches, günstiges Nassfutter für zwischendurch suchst,
- dein Hund nicht auf Getreide reagiert,
- du mit weniger Transparenz bei den tierischen Bestandteilen leben kannst,
- du einen sehr wählerischen Hund hast (Akzeptanz war bei uns stark).
Eher nicht ideal, wenn …
- dein Hund eine Allergie/Unverträglichkeit hat (Tierarten nicht sauber getrennt),
- du getreidefrei füttern willst,
- du Wert auf klar deklarierte Fleischquellen und hohe Transparenz legst.
Fazit nach zwei Wochen Büro-Test
Ylvie sagt: „Mehr davon.“ Und das ist bei einer sensiblen, mäkeligen Senior-Hündin wirklich eine Aussage. Als alltagstaugliche, gut akzeptierte Budget-Pastete macht Lucky Dog hier vieles richtig: unkompliziert, gut portionierbar, gut verträglich (zumindest bei uns), und der Nudel-Karotten-Kern ist tatsächlich ein nettes Extra.
Aber: Wenn ich rein als Futtertester draufgucke, bleibt die Rezeptur klar im Discounter-Segment. Die Deklaration ist beim wichtigsten Teil (tierische Bestandteile) zu ungenau, und „mit Huhn“ heißt hier eben vor allem: Huhn ist garantiert drin – aber nur minimal ausgewiesen.
Meine Bewertung: gutes Alltags-/Reisefutter für unkomplizierte Hunde – aber nichts, was ich als besonders hochwertig verkaufen würde.
- sehr gute Akzeptanz (bei uns)
- praktisches 300-g-Format
- Inulin als kleiner Verdauungsbonus
- günstiger Kilopreis für Schalenfutter
- sehr unklare tierische Basis („Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“)
- nur 4% Huhn deklariert
- nicht getreidefrei (Nudeln)
- insgesamt wenig Transparenz, was die Rohstoffqualität angeht
Selbst gekauft, selbst getestet – ganz ohne Bestechung! Sponsoring nehmen wir übrigens gerne, aber unsere Meinung bleibt so ehrlich wie der Blick eines Hundes, der auf dem Sofa erwischt wurde.







