Was ist die Herbstzeitlose?
Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige Pflanze, die eine braunschuppige Sprossknolle bildet. Diese Knolle überdauert den Winter und treibt im nächsten Herbst neue Blüten. Die Blüten sind trichterförmig, haben sechs gleich geformte Blütenhüllblätter und stehen einzeln oder zu mehreren an einem langen Stiel. Die Blütenfarbe variiert von blassrosa bis violett, es gibt auch weiße Sorten. Die Blüten können mit denen der Herbstzeitlosen verwechselt werden, sind aber größer und haben einen längeren Stiel.
Die Blätter der Herbstzeitlosen sind lanzettlich, dick und steif und an der Spitze kahnförmig zusammengezogen. Sie erscheinen erst im Frühjahr zusammen mit der grünen Samenkapsel, die aus der Blüte hervorgeht. Die Blätter können bis zu 40 cm lang werden und ähneln denen von Tulpen oder Bärlauch. Die Samenkapsel enthält zahlreiche schwarze Samen, die sich im Sommer öffnen und aussäen.
Die Herbstzeitlose wächst vor allem auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Wiesen und in lichten Auwäldern. Sie kommt aber auch auf Streuobstwiesen und in Gärten vor. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen humosen, durchlässigen Boden.
Welche Vorteile hat die Herbstzeitlose?
Die Herbstzeitlose ist eine schöne Pflanze, die den Garten oder die Wiese im Spätsommer mit ihren farbenfrohen Blüten bereichert. Sie ist pflegeleicht und vermehrt sich selbst durch Tochterknollen oder Samen. Außerdem ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen und Fliegen, die die Blüten bestäuben.
Die Herbstzeitlose hat auch eine medizinische Bedeutung, denn sie enthält den Wirkstoff Colchicin, der gegen Gicht und Rheuma eingesetzt wird. Colchicin hemmt die Zellteilung und wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Colchicin wird auch in der Pflanzenzucht eingesetzt, um Polyploidie, also die Verdoppelung oder Vervielfachung der Chromosomenzahl, zu erzeugen. Dies kann zu größeren oder farbenprächtigeren Blüten oder Früchten führen.
Welche Nachteile hat die Herbstzeitlose?
Die Herbstzeitlose ist eine sehr giftige Pflanze, die für Mensch und Tier lebensgefährlich sein kann. Alle Teile der Pflanze enthalten Colchicin, das bei Verzehr oder Hautkontakt zu schweren Vergiftungserscheinungen führen kann. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Krämpfe, Atemnot, Herzrasen, Lähmungen und Koma. Es gibt kein spezifisches Gegengift gegen eine Colchicinvergiftung.