Was ist Blauregen?
Blauregen (Wisteria sinensis) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und stammt ursprünglich aus China. Er wird auch Glyzine oder Chinesische Glyzinie genannt. Er hat große, traubenförmige Blütenstände, die je nach Sorte blau, lila oder weiß sind. Die Blüten duften süß und locken viele Insekten an. Nach der Blüte bildet der Blauregen bohnenartige Hülsenfrüchte aus, in denen sich braune Samen befinden.
Warum ist Blauregen giftig für Hunde?
Blauregen enthält drei verschiedene Giftstoffe, die alle Teile der Pflanze betreffen: Alkaloide, Lektin und Glykosid. Diese Stoffe können bei Hunden zu schweren Vergiftungserscheinungen führen, die sogar tödlich enden können.
Alkaloide
Alkaloide sind in allen Pflanzenteilen enthalten und schmecken bitter. Sie können schon durch Hautkontakt mit dem Pflanzensaft aufgenommen werden. Alkaloide wirken auf das Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System und können zu folgenden Symptomen führen:
- Juckreiz
- Hautentzündungen
- Schmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Krämpfe
- Atemnot
- Herzrhythmusstörungen
- Kreislaufkollaps
- Herzstillstand
Lektin
Lektin ist vor allem in den Hülsen und Samen des Blauregens enthalten. Es handelt sich um eine Form von Ricin, das auch im Wunderbaum vorkommt. Lektin bindet an die roten Blutkörperchen und verhindert deren Sauerstofftransport. Schon wenige Samen können für einen Hund tödlich sein. Lektin kann zu folgenden Symptomen führen:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Blutungen
- Schock
- Nierenversagen
Glykosid
Glykosid ist ebenfalls in den Hülsen und Samen des Blauregens enthalten. Es wird im Körper zu Cyanwasserstoff (Blausäure) umgewandelt, das ebenfalls das Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System angreift. Glykosid kann zu folgenden Symptomen führen:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Krämpfe
- Atemnot
- Bewusstlosigkeit
- Herzstillstand
Was tun, wenn mein Hund Blauregen gefressen hat?
Wenn du vermutest oder beobachtest, dass dein Hund Blauregen gefressen hat, solltest du sofort handeln. Eine Vergiftung mit Blauregen ist immer ein Notfall und kann lebensbedrohlich sein.
Erste Hilfe
Als erste Hilfe kannst du versuchen, deinem Hund Aktivkohle zu verabreichen, um das Gift im Magen zu binden. Aktivkohle gibt es in Tablettenform oder als Pulver zum Auflösen in Wasser. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht deines Hundes. Du solltest jedoch nicht mehr als 10 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht geben.
Du kannst auch versuchen, deinem Hund Wasser zu geben, um ihn zu rehydrieren und das Gift zu verdünnen.
Du solltest jedoch nicht versuchen, deinem Hund Erbrechen auszulösen, da dies die Schleimhäute reizen oder zu einer Aspiration führen kann.
Tierarzt
Du solltest so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen oder anrufen, um deinem Hund professionelle Hilfe zu leisten. Der Tierarzt wird je nach Schwere der Vergiftung und Zeitpunkt der Aufnahme verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Gift aus dem Körper zu leiten und die Symptome zu behandeln. Dazu können gehören:
- Magenspülung
- Erbrechen auslösen
- Infusionen
- Medikamente gegen Krämpfe, Schmerzen oder Herzprobleme
- Sauerstofftherapie
- Bluttransfusion
Für die Therapie ist es wichtig, dass du dem Tierarzt so viele Informationen wie möglich über die Vergiftung gibst, wie zum Beispiel:
- Welche Teile des Blauregens dein Hund gefressen hat
- Wie viel er davon gefressen hat
- Wann er es gefressen hat
- Welche Symptome er zeigt
- Ob er Aktivkohle oder Wasser bekommen hat
Wie kann ich eine Vergiftung mit Blauregen vermeiden?
Die beste Vorbeugung gegen eine Vergiftung mit Blauregen ist, diese Pflanze gar nicht erst in deinem Garten anzupflanzen oder zumindest dafür zu sorgen, dass dein Hund keinen Zugang dazu hat. Wenn du Blauregen in deinem Garten hast, solltest du folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Schneide die Pflanze regelmäßig zurück und entsorge die abgeschnittenen Teile sicher
- Trage Handschuhe und lange Kleidung beim Schneiden der Pflanze, um Hautkontakt zu vermeiden
- Sammle die heruntergefallenen Hülsen und Samen auf und entsorge sie sicher
- Halte deinen Hund von der Pflanze fern und beaufsichtige ihn im Garten
- Erziehe deinen Hund, keine Pflanzen zu fressen oder zu benagen
- Informiere dich über andere giftige Pflanzen in deiner Umgebung und meide sie