Was sind Amylasen?
Amylasen sind Enzyme, die eine so genannte Endoenzym-Funktion haben. Das bedeutet, dass sie 1-4-glykosidische Bindungen im Inneren der Stärke-Moleküle angreifen können. Sie spalten also lange Kohlenhydratketten in kürzere Abschnitte auf, die dann von anderen Enzymen weiter abgebaut werden können. Amylasen gehören zu den wichtigsten Verdauungsenzymen bei Hunden, da sie eine große Rolle bei der Verwertung von pflanzlicher Nahrung spielen.
Wie werden Amylasen produziert?
Amylasen werden hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) deines Hundes produziert und in den Dünndarm abgegeben. Dort wirken sie auf das Futter ein, das vom Magen in den Dünndarm gelangt. Die Bauchspeicheldrüse passt die Menge der produzierten Amylasen an die Art und Menge des Futters an. Wenn dein Hund also viel stärkehaltiges Futter frisst, wird mehr Amylase benötigt, um es zu verdauen.
Welche Vorteile haben Amylasen für Hunde?
Amylasen haben mehrere Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines Hundes:
- Sie ermöglichen eine effiziente Verdauung von Kohlenhydraten, die eine wichtige Energiequelle für deinen Hund sind.
- Sie fördern die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung, die dein Hund für seine Vitalität und sein Immunsystem braucht.
- Sie unterstützen die Darmflora und verhindern so Verdauungsprobleme wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.
- Sie können bei bestimmten Erkrankungen wie Pankreatitis oder Diabetes helfen, indem sie den Blutzuckerspiegel regulieren.
Welche Nachteile haben Amylasen für Hunde?
Amylasen sind zwar grundsätzlich nützlich für deinen Hund, aber es gibt auch einige Nachteile oder Risiken, die du beachten solltest:
- Zu viel Amylase kann zu einer Überforderung des Verdauungssystems führen und zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen führen.
- Zu wenig Amylase kann zu einer unzureichenden Verdauung von Kohlenhydraten führen und zu Mangelerscheinungen, Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit führen.
- Eine gestörte Amylase-Produktion kann ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung wie Pankreatitis, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Leberzirrhose sein.
Wie kannst du den Amylase-Spiegel deines Hundes überprüfen?
Der Amylase-Spiegel deines Hundes kann durch eine Blutuntersuchung oder eine Urinuntersuchung bestimmt werden. Die Normalwerte für die Amylase-Konzentration im Blut liegen bei etwa 20 bis 110 Einheiten pro Liter (U/l) und im Urin bis zu 460 U/l. Wenn diese Werte deutlich abweichen, solltest du einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache zu klären.
Wie kannst du den Amylase-Bedarf deines Hundes decken?
Der Amylase-Bedarf deines Hundes hängt von seiner Ernährung ab. Wenn du deinem Hund ein hochwertiges Trockenfutter oder Nassfutter gibst, das ausgewogen und artgerecht ist, sollte er genug Amylase produzieren können. Wenn du deinem Hund rohes oder gekochtes Fleisch fütterst, solltest du darauf achten, dass er auch genug pflanzliche Beilagen bekommt, die Kohlenhydrate enthalten. Du kannst auch rohe Früchte wie Bananen, Mango, Papaya, Ananas oder Kiwi füttern, die von Natur aus viele Enzyme enthalten. Wenn dein Hund unter Verdauungsproblemen leidet oder eine Erkrankung hat, die seine Amylase-Produktion beeinträchtigt, kannst du ihm auch zusätzliche Enzyme als Nahrungsergänzungsmittel geben. Es gibt verschiedene Produkte auf dem Markt, die Enzyme wie Amylase, Pepsin oder Lipase enthalten und die Verdauung deines Hundes unterstützen können.